Feuerwehrtechnik im Fokus der Politik

Artikel vom 8. April 2026

Innovative Technik gewinnt für Feuerwehren angesichts wachsender Anforderungen an Bedeutung. Beim Parlamentarischen Abend des VDMA Feuerwehrtechnik in Berlin diskutierten Vertreter aus Politik, Industrie und Verbänden über notwendige Investitionen, neue Einsatzlagen und technologische Entwicklungen.

Martin Gerster, Klaus Wickboldt, Michael Kristeller, Heinz Kreuter, Karl-Heinz Banse und Dirk Aschenbrenner (von links). Bild: Karin Neuhauser.

Die Anforderungen an Feuerwehren in Brandabwehr sowie im Katastrophen- und Zivilschutz nehmen zu. Geopolitische Entwicklungen und klimabedingte Ereignisse erweitern das Einsatzspektrum spürbar.

»Angesichts neuer Schadenslagen nehmen Einsatzfrequenz und Einsatzintensität bereits heute zu. Dafür braucht es leistungsfähige Technik, die sich am Anwender orientiert. Die heimische Feuerwehrtechnikindustrie liefert sie passgenau und zuverlässig. Daher müssen wir Brandbekämpfung und Zivilschutz in Deutschland weiterentwickeln«, sagt Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des VDMA Feuerwehrtechnik. Beim Parlamentarischen Abend begrüßte er Vertreter aus Politik, Industrie und Verbänden.

Veränderte Einsatzlagen

Neben der klassischen Brandbekämpfung gewinnt der Bevölkerungsschutz durch Extremwetterereignisse und veränderte Bedrohungsszenarien an Bedeutung. Feuerwehren müssen sich auf neue Lagen einstellen. Dazu gehört auch die widerstandsfähige Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Gefahren im Zivilschutz.

»Die Feuerwehren benötigen eine leistungsfähige Ausstattung, um Krisenlagen bewältigen zu können. Unsere Industrie versteht sich als Enabler für Brandabwehr und Katastrophenschutz, als Partner der Feuerwehren und als Brückenbauer im Zivilschutz«, erläutert Michael Kristeller, stellvertretender Vorsitzender des VDMA Feuerwehrtechnik.

Digitalisierung beschleunigt Entscheidungen

Vernetzte Fahrzeugflotten, Löschroboter und teilautonome Systeme halten Einzug in die Praxis. Ebenso bleibt persönliche Schutzausrüstung eine wesentliche Grundlage für den Einsatzerfolg. Datenhelme können beispielsweise Bilder von Wärmebildkameras, Gebäudepläne und Vitaldaten ins Sichtfeld projizieren.

Für die Einsatzleitung gewinnen Künstliche Intelligenz und digitale Lagebilder an Bedeutung. Datenanalysen in Echtzeit tragen dazu bei, Entscheidungen zu unterstützen und Abläufe zu strukturieren.

Investitionen und Zusammenarbeit

Aus Sicht der Branche besteht weiterhin ein Investitionsbedarf. »Wir müssen Innovation gezielt voranbringen. Investitionen in Einsatzkräfte stärken zugleich das Gemeinwesen«, betont Kristeller. Die Industrie biete inzwischen ein breites Spektrum, das über den abwehrenden Brandschutz hinausgehe, etwa Spezialfahrzeuge für den Katastrophenfall sowie den Strahlen- und Chemieschutz. Technische Ausstattung müsse dabei vor allem robust und praxistauglich sein.

Martin Gerster, Bundestagsabgeordneter der SPD und Präsident der THW-Bundesvereinigung, verweist auf geschaffene finanzielle und strukturelle Grundlagen für einen zukunftsfähigen Bevölkerungsschutz.

Ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Bund, Ländern und Kommunen bleibt dabei zentral, wie Klaus Wickboldt, Niedersächsisches Innenministerium, betont. Der Deutsche Feuerwehrverband weist darauf hin, dass moderne Technik und verlässliche Ausstattung Voraussetzung für die Einsatzfähigkeit sind.

Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, sieht Handlungsbedarf bei Normen und Regularien. Innovation, Normung und Gesetzgebung müssten enger und schneller aufeinander abgestimmt werden, insbesondere im Bereich Digitalisierung.

Zugleich wird Potenzial zur Vereinfachung im Vergabe- und Ausschreibungsrecht gesehen. Eine Entbürokratisierung könne Verfahren beschleunigen und den Mittelstand entlasten.

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