Magirus entwickelt mobile Antennenmastsysteme bis 100 Meter
Ausstattung
Magirus startet die Entwicklung mobiler Antennenmastsysteme für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen. Die Systeme sollen auf der Erfahrung mit Drehleitern, Hubrettungstechnik und Spezialfahrzeugen aufbauen.

Geschütztes Einsatzfahrzeug von Magirus Defense & Security am Standort Ulm; Ausbau des Portfolios für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen. (Bild: Magirus)
Rund sechs Monate nach der Übernahme der Achleitner Fahrzeugbau GmbH beginnt Magirus mit der Entwicklung mobiler Antennenmastsysteme. Die Lösungen sind für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen vorgesehen und sollen dort eingesetzt werden, wo Kommunikations-, Aufklärungs- oder Einsatzinfrastruktur schnell, flexibel und robust verfügbar sein muss.
Magirus sieht in diesem Bereich einen steigenden Bedarf und will dafür vorhandene technologische Kompetenzen aus dem Drehleiter- und Hubrettungsbereich nutzen. Das Unternehmen verweist auf mehr als ein Jahrhundert Erfahrung mit validierter Technik sowie auf mobile Lösungen mit Arbeitshöhen von bis zu 68 Metern. Auf dieser Basis sollen Antennenmastsysteme mit Höhen von bis zu 100 Metern entstehen.
Im Fokus der Entwicklung stehen ein schneller Aufbau, robuste Einsatzfähigkeit, hohe Mobilität und die Integration auf geeigneten Fahrzeugplattformen. Damit adressiert Magirus ein spezialisiertes Marktsegment, in dem nach Angaben des Unternehmens nur wenige etablierte Anbieter aktiv sind.
TaWAN-Projekt als Orientierung
Magirus hat bereits erste Gespräche mit potenziellen Kunden geführt. Die Rückmeldungen bestätigen nach Unternehmensangaben den Bedarf an leistungsfähigen, mobilen und kurzfristig verfügbaren Lösungen in diesem Segment.
Als Orientierung nennt Magirus unter anderem das TaWAN-Projekt der Bundeswehr, das für »Taktisches Wide Area Network Landbasierte Operationen« steht. Das Projekt verdeutlicht die Bedeutung resilienter Kommunikationsverbünde zwischen taktischen Einheiten und rückwärtigen Führungsstrukturen. Mobile Antennen- und Richtfunksysteme sollen dabei Reichweite, Datenübertragung und Führungsfähigkeit auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen unterstützen.
»Mit Magirus Defense & Security bauen wir unsere Fähigkeiten konsequent weiter aus. Mobile Antennenmastsysteme sind ein logischer nächster Schritt, um unsere Erfahrung im Bereich robuster, einsatzkritischer Spezialfahrzeuge in neue Anwendungen zu übertragen«, sagt Aron Literski, Head of Defense & Security bei Magirus.
Kompetenzen aus Ulm und Radfeld
Die Entwicklung soll auf den bestehenden Strukturen der Standorte Ulm und Radfeld aufbauen. In Ulm verfügt Magirus über Erfahrung in Entwicklung und Produktion von Drehleitern, Hubrettungssystemen und Feuerwehrfahrzeugen. Der Standort Radfeld in Österreich bringt mit der ehemaligen Achleitner Fahrzeugbau GmbH langjährige Expertise im Bereich geschützter und spezialisierter Fahrzeuge ein.
Durch die Kombination beider Kompetenzfelder will Magirus seine Position im Defense- und Sicherheitsumfeld stärken und neue Anwendungen im Spezialfahrzeugbau erschließen. Parallel prüft das Unternehmen weitere Marktpotenziale im Bereich geschützter Fahrzeuge bis 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Magirus zeigt sich offen für strategische Partnerschaften, will aber auch Kunden im Spezialfahrzeugbau direkt bedienen.
Magirus Defense & Security ist die Business Unit für taktische und geschützte Fahrzeuge sowie Lösungen im Bereich Defense und zivile Sicherheit. Auf Basis der Achleitner-Expertise entwickelt und produziert der Bereich spezialisierte Fahrzeuglösungen für Streitkräfte, Sicherheitsbehörden und Betreiber kritischer Infrastruktur.



