LTE-Bodycams für Österreichs Justizvollzug und Leitstellen

Artikel vom 6. Oktober 2026
Hardware

Motorola Solutions stattet 29 Justizanstalten in Österreich mit LTE-fähigen »V500«-Bodycams aus. Die Lösung soll kritische Situationen objektiv dokumentieren, Video- und Audiodaten live in die Leitstelle übertragen und Aufnahmen beweissicher speichern.

(Bild: Motorola Solutions Germany GmbH)

Österreich stattet den Straf- und Maßnahmenvollzug landesweit mit Bodycams aus. Das zuständige Bundesministerium hat dafür einen Vertrag mit Motorola Solutions geschlossen. Vorgesehen ist der Einsatz in 29 Justizanstalten. Die Kameras sollen Interaktionen transparenter machen, kritische Situationen nachvollziehbar dokumentieren und die Sicherheit von Insassen sowie Einsatzkräften unterstützen.

Die Lösung ist für Situationen gedacht, in denen eine objektive Aufzeichnung zur Klärung von Abläufen beitragen kann. Laut der bereitgestellten Mitteilung können die Geräte Video- und Audiodaten erfassen und bei Bedarf direkt per LTE übertragen. So erhält die Leitstelle Zugriff auf Bildmaterial aus dem laufenden Einsatz. Zusätzlich sollen Aufnahmen beweissicher gespeichert und geteilt werden können.

Einführung nach Test- und Trainingsphase

Nach einer Test- und Trainingsphase werden derzeit zunächst taktische Einheiten mit den neuen »V500«-Bodycams ausgestattet. Bis Ende 2026 ist geplant, die Ausstattung auf das gesamte Justizwachepersonal auszuweiten. Zum System gehört außerdem die Software »VideoManager«, über die Daten live gestreamt, verwaltet und für die weitere Nutzung gesichert werden.

Die Einführung folgt dem Ziel, Abläufe im Straf- und Maßnahmenvollzug mit integrierter Videotechnik zu unterstützen. Eine im Material genannte Untersuchung aus Großbritannien verweist darauf, dass Bodycams aus Sicht vieler Beschäftigter die Arbeit positiv beeinflussen können. Genannt werden unter anderem ein verbessertes Sicherheitsgefühl, mehr Selbstvertrauen im Umgang mit schwierigen Situationen, Deeskalation kleinerer Vorfälle und die Bereitstellung von Beweismaterial.

Anbindung an bestehende Kommunikationsinfrastruktur

Das Projekt baut auf vorhandener sicherheitskritischer Kommunikation in Österreich auf. Seit 2004 betreibt das Unternehmen das landesweite digitale TETRA-Funknetz TETRON. Es wird laut Mitteilung täglich von mehr als 130.000 Einsatzkräften genutzt, darunter auch im österreichischen Strafvollzug. Die Bodycam-Einführung ergänzt diese Infrastruktur um eine Videokomponente, die Informationen aus Einsätzen schneller verfügbar machen soll.

Mit der landesweiten Ausstattung der 29 Einrichtungen setzt Österreich auf eine technische Lösung, die Dokumentation, Live-Übertragung und gesicherte Datenverwaltung verbindet. Für Justizanstalten kann das vor allem dann relevant sein, wenn Situationen schnell bewertet, Abläufe überprüft oder Ereignisse im Nachgang nachvollziehbar aufgearbeitet werden müssen.

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