Sichere Ferndienste: VdS-Anerkennung nach DIN EN 50710

Artikel vom 24. Juli 2026
Dienstleistungen

Die Siemens AG erhält eine VdS-Anerkennung mit dem Zusatz »Geprüfter Fernservice nach DIN EN 50710«. Der Nachweis betrifft sichere Ferndienste für Brandmeldeanlagen und dokumentiert, dass Fernzugriffe im Rahmen der Instandhaltung normkonform umgesetzt werden.

VdS_Zertifikatsübergabe_Siemens.jpg: Sebastian Brose (VdS) übergab das Anerkennungszertifikat an Tobias Hatting, Stefan Crass, Tina Rohmann und Bettina Popp von Siemens (v. l. n. r.). (Bild: Siemens)

Im Rahmen des turnusmäßigen Anerkennungsverfahrens wurde der Fernservice für »Brandmeldeanlagen« nach erweiterten Kriterien geprüft. Die Siemens AG kann damit belegen, dass Fernzugriffe auf installierte Anlagen sicher und nach den Anforderungen der DIN EN 50710 durchgeführt werden. Die europäische Norm beschreibt Anforderungen an die sichere Bereitstellung von Ferndiensten für Gefahrenmeldeanlagen.

Fernservice wird Teil der Errichteranerkennung

Die Prüfungen fanden im Zuge der VdS-Errichteranerkennung für Gefahrenmeldeanlagen an den Niederlassungen in Essen und Frankfurt statt. Dabei wurden die relevanten Abläufe rund um die Instandhaltung geprüft. Der Fernzugriff nach DIN EN 50710 wurde zusätzlich separat begutachtet.

Anders als bei einem gesonderten Prüfverfahren wird der Nachweis nicht über ein eigenes Dokument geführt. Er erscheint als Zusatzvermerk auf dem Anerkennungszertifikat. Die Anerkennung trägt den Zusatz »Geprüfter Fernservice nach DIN EN 50710« und dokumentiert die sichere sowie normkonforme Fernwartung bundesweit.

Normkonforme Fernwartung für Gefahrenmeldeanlagen

Mit der Einbindung der Prüfung in die Errichteranerkennung soll der Aufwand für Errichter und Betreiber reduziert werden. Zugleich schafft der Nachweis eine nachvollziehbare Grundlage für den Einsatz von Ferndiensten in der Instandhaltung. Gerade bei Fernzugriffen auf sicherheitsrelevante Anlagen ist entscheidend, dass Prozesse, technische Umsetzung und Verantwortlichkeiten klar geregelt sind.

Die DIN EN 50710 ist noch vergleichsweise jung. Deshalb wurde die Umsetzung der Anforderungen nicht nur intern bewertet, sondern zusätzlich durch einen unabhängigen Sachverständigen validiert. Geprüft wurden dabei Interpretationen der Norm und deren praktische Umsetzung im Fernservice.

Richtlinien für Fernzugangsinfrastrukturen

VdS hat an der Erstellung der DIN EN 50710 mitgewirkt und ergänzende Richtlinien für Fernzugangsinfrastrukturen veröffentlicht. Die Richtlinien VdS 6041 definieren Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanforderungen für technische Fernzugangs-Infrastruktur-Plattformen. Diese kommen bei Fernzugriffen auf Gefahrenmelde- oder Löschanlagen zum Einsatz.

Ergänzend bietet die Prüforganisation Zertifizierungen für Selbsttesteinrichtungen nach VdS 6038 an. Solche Einrichtungen können dazu beitragen, drohende Störungen frühzeitig zu erkennen. Auch sie arbeiten über Fernzugangsinfrastrukturen und sind damit Teil eines erweiterten Ansatzes für den Betrieb sicherheitsrelevanter Gebäudetechnik.

Teilen
PDF-Download
Weiterempfehlen
Drucken
Anzeige Hersteller aus dieser Kategorie