Mobile Wasseraufbereitung für Krisengebiete in der Ukraine
Sicherheit und Bevölkerungsschutz
Das Danish Technological Institute entwickelt im Projekt »Ukraine Water Resilience« mobile, solarbetriebene Wasseraufbereitungscontainer für ukrainische Krisengebiete. Die Anlagen sollen netzunabhängig arbeiten und Erkenntnisse für den Zivilschutz in Dänemark und Nordeuropa liefern.

Mobile, solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlage, die aufgeklappt netzunabhängig arbeiten soll. Die Bedienung ist für lokale Freiwillige nach kurzer Einweisung vorgesehen. (Bild: Danish Green Energy Consulting)
Unter Leitung des Danish Technological Institute entsteht mit »Ukraine Water Resilience« eine Initiative zur mobilen Trinkwasserversorgung in ukrainischen Krisengebieten. Unterstützt von der Grundfos Foundation sollen mindestens drei robuste Containeranlagen entwickelt und eingesetzt werden. Gemeinsam sollen sie rund 100.000 Liter Trinkwasser pro Tag bereitstellen. Das entspricht nach UN-Standards dem täglichen Grundbedarf von bis zu 50.000 Zivilpersonen.
Die Einheiten sind als mobile, solarbetriebene Wasseraufbereitungssysteme ausgelegt und sollen vollständig netzunabhängig arbeiten. Damit richten sie sich an Regionen, in denen Wasserwerke, Stromnetze oder andere Teile der Versorgung beschädigt wurden. Die Anlagen sollen an verfügbare lokale Wasserquellen angeschlossen werden und dort helfen, die Versorgung kurzfristig zu stabilisieren.
Entwicklung für schwierige Einsatzbedingungen
Eine zentrale technische Aufgabe ist die stark schwankende Qualität des Rohwassers. In der ersten Projektphase wird daher untersucht, welche Wasserarten die Anlagen behandeln müssen. Daraus ergeben sich Anforderungen an Robustheit, Energieverbrauch und Wasserqualität. Die Systeme sollen so ausgelegt werden, dass sie auch unter realen Krisenbedingungen zuverlässig arbeiten und nach kurzer Einweisung von lokalen Freiwilligen bedient werden können.
Die Entwicklung folgt der sogenannten »Jutlandia-Methode«. Drei ausgewählte Konsortien aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten parallel an der Weiterentwicklung eines bestehenden Prototyps von Danish Green Energy Consulting. Dieses Vorgehen soll Entwicklungszeiten verkürzen, technische Risiken verringern und die Lösungen früh unter Feldbedingungen prüfen.
Einsatz und Übergabe vor Ort
Die Standorte in der Ukraine werden gemeinsam mit dem Internationalen Roten Kreuz, lokalen Notfallstrukturen und ukrainischen Behörden festgelegt. Mögliche Einsatzorte sind Aufnahmezentren für Binnenvertriebene oder Gebiete mit stark beschädigter Infrastruktur. Nach Projektende sollen die Container dauerhaft an ukrainische Partner übergeben werden.
Neben der akuten Trinkwasserversorgung soll das Projekt Wissen für den Zivilschutz in Dänemark und Nordeuropa liefern. Dazu beobachten auch dänische Behörden und Akteure des Krisenmanagements die Arbeiten. Die Erfahrungen sollen zeigen, wie mobile, containerisierte Wasserwerke bei Sabotage, Stromausfällen oder Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur eingesetzt werden können.
Förderung und Projektrahmen
Die Grundfos Foundation stellt 5,5 Mio. DKK bereit. Das Gesamtbudget liegt bei 6,25 Mio. DKK, einschließlich einer Kofinanzierung durch das Institut. Der Projektzeitraum läuft von Oktober 2026 bis August 2027. Zu den beteiligten Partnern und Beobachtern gehören unter anderem die International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies, Danish Green Energy Consulting, Local Government Denmark, Danish Regions, die Danish Emergency Management Agency, das Danish Water Forum, DANVA, Danish Waterworks, die Confederation of Danish Industry und Virksomhedsberedskabet.





