IF Star 2026: Drei Feuerwehrprojekte für Schutz und Ausbildung
Service- und Dienstleistungen
Die Feuersozietät Berlin Brandenburg berichtet über die Verleihung des »IF Star 2026« in Berlin. Ausgezeichnet wurden Projekte aus Tübingen, Petersberg-Steinau und Ziethen, die Katastrophenschutz, Nachwuchssicherung und Training im Feuerwehralltag stärken.

Die ausgezeichneten Teams freuen sich mit Vertretern der öffentlichen Versicherer, des Bundestages und des Deutschen Feuerwehrverbandes. (Bild: Thomas Rafalzyk/Verband öffentlicher Versicherer)
Am 17. Oktober 2026 haben die öffentlichen Versicherer im Rahmen der Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin den »IF Star 2026« verliehen. Bei der Preisverleihung würdigte Dr. Christian Krams, Vorstandsmitglied der Feuersozietät Berlin Brandenburg, die Rolle der Feuerwehren bei Brandschutz, technischen Hilfeleistungen und Unwettereinsätzen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband vergeben. Prämiert werden Ideen, die Personen- und Sachschäden mindern und die Feuerwehrorganisation stärken.
Ausgezeichnet wurden der Kreisfeuerwehrverband Tübingen, die Freiwillige Feuerwehr Petersberg-Steinau und die Freiwillige Feuerwehr Ziethen. Alle drei erhalten einen Preis aus Bronze sowie jeweils 3.500 Euro Preisgeld. Die Jury setzte sich aus Fachleuten der öffentlichen Versicherer, des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Wissenschaft zusammen. Bewertet wurden unterschiedliche Ansätze, die von der Vermittlung von Notfallkompetenz über Nachwuchssicherung bis zum Training an kritischer Infrastruktur reichen.
Katastrophenschutz in der sechsten Klasse
Der Kreisfeuerwehrverband Tübingen bringt mit dem Aktionstag »KatSchutz« Bevölkerungsschutz in weiterführende Schulen. Gemeinsam mit weiteren Blaulichtorganisationen aus dem Landkreis, darunter DRK, THW und DLRG, richtet sich das Angebot an Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse. Themen sind unter anderem Feuer, Hitze, Trockenheit, Sturm, Orkan, Flut, Hochwasser, Unglücke, Erdbeben, Erdrutsch und Lawinen. Neben Grundlagen zu Katastrophen werden Verhalten, Vorsorge und Warnmöglichkeiten vermittelt. Praxisstationen ermöglichen Übungen zu Erster Hilfe, Evakuierung, Stromerzeugung und Dammbau.
Nachwuchs systematisch begleiten
Die Freiwillige Feuerwehr Petersberg-Steinau wurde für das »Steinauer Modell« ausgezeichnet. Das Konzept zielt darauf, Nachwuchssicherung nicht nur als spielerische Förderung zu verstehen, sondern als durchgehenden Prozess vom Eintritt in die Kinderfeuerwehr bis zur Übernahme in die Einsatzabteilung. Im Mittelpunkt stehen Standardisierung, Prozesssicherheit und eine pädagogische Begleitung der Mitglieder. Damit soll in Zeiten des demografischen Wandels und einer veränderten Ehrenamtskultur ein stabiler Übergang in den aktiven Dienst unterstützt werden.
Übungsfläche für kritische Infrastruktur
Die Freiwillige Feuerwehr Ziethen erhielt die Auszeichnung für einen multifunktionalen Übungsplatz auf rund 50 Quadratmetern. Auf der kompakten Fläche wurden Komponenten kritischer Infrastruktur eingerichtet, darunter Trinkwasser, Gas und Strom. Trainiert werden können verschiedene Szenarien aus dem Feuerwehralltag, etwa Wärmegewöhnung, Gasbrandschacht, Grabensimulierung, Wasserentnahmestellen, Schutz des Trinkwassers und Staubexplosionen. Für realistische Übungen wurden unter anderem ein isoliertes Trinkwassernetz unter Flur und ein Breitbandschacht für die Internetverteilung eingebaut.



