Multifunktionsgeräteträger

Artikel vom 2. Juni 2021
Fahrzeugausrüstungen

Speziell um Feuerwehren bei der wasserlosen Bekämpfung von Waldbränden sowie zur Prävention zu unterstützen, hat der italienische Hersteller Energreen die Special-Edition des funkferngesteuerten Multifunktionsgeräteträgers Robogreen Evo Firemaster entwickelt (Bild: Energreen).

Schonungslos gefräßig bohrt sich der rote Forstmulcher durch den Bruchsaler Hardtwald. Holz splittert, Äste brechen – die Maschine kennt keine Gnade. Es gilt, eine Brandschneise zu schlagen – und zwar ferngesteuert sowie aus sicherer Entfernung. Was in Bruchsal im Zuge des Projekts »Waldbrand Klima Resilienz« (WKR) sowie bei der Gründung der »Modellregion Waldbrandmanagement« in Baden-Württemberg auf ordentliches Medieninteresse stieß, ist nicht die Tatsache allein, dass sich das »Ländle« aufgrund des Klimawandels zukünftig effektiver vor Waldbränden schützen will. Nein, insbesondere der kompakte »Robogreen Evo Firemaster« von Energreen hatte es den Journalisten angetan. Durchaus beeindruckt zeigen sich die Medienvertreter von der brachialen Gewalt des Geräteträgers, als er die Brandschneise in den vermeintlich brennenden Hardtwald schlägt.

Exklusiver Partner des EFI

Als exklusiver Partner des EFI (European Forest Institute) hat die Energreen Germany GmbH nun auch den Zivilschutz in den strategischen Fokus gerückt. Neben einem »Robogreen Evo« mit Forstmulcher 130T, einer Bodenfräse sowie einem Spezial-Räumpflug unterstützt Energreen Germany das EFI im Rahmen des WKR-Projekts auch technisch sowie fachlich bei etwaigen Demonstrationen der Geräte vor Ort bzw. bei Ausbildungsseminaren; und zwar über die gesamte Projektlaufzeit vom 1. August 2020 bis 30. Dezember 2022.

Einerseits geht es also darum, die aufgrund von Trockenheit sowie hoher Temperaturen in den vergangenen Jahren gestiegene Anzahl an Waldbränden durch den gezielten, präventiven Einsatz des »Robogreen Evo Firemaster« zu minimieren, andererseits steht für den italienischen Hersteller auch der Schutz der Menschen im Vordergrund, die sich bei der Waldbrandbekämpfung immer aufs Neue in Gefahrenbereiche vorwagen müssen. Ausgestattet mit einem Mulchkopf im Frontanbau sowie einem Spezialpflug am Heck – konstruiert und montiert von der Kulmbacher KLP Baumaschinen GmbH, langjähriger Vertriebspartner für Bayern von Energreen – dient die Maschine nach einem erfolgreich gelöschten Brand zusätzlich der Wiederaufforstung. Des Weiteren ist der funkferngesteuerte Geräteträger auch bei kampfmittelbelasteten Waldflächen das geeignete Gerät, um die Akteure vor entsprechenden Gefahren zu bewahren.

Im Mai dieses Jahres hatten das Bundeswaldministerium sowie das Bundesumweltministerium 11,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um 22 Forschungs- und Modellvorhaben zu fördern, die dabei helfen sollen, die vermehrte Waldbrandgefahr in Deutschland zielgerichtet zu bekämpfen sowie Maßnahmen zur Vorbeugung zu erforschen bzw. umzusetzen. Die Gelder stammen aus dem gemeinschaftlich finanzierten Waldklimafonds (WKF). Denn allein im Jahr 2018 ging durch Brände eine Waldfläche verloren, die rund 3300 Fußballfeldern entspricht. Im Zuge der Weiterentwicklung der Waldbrandbekämpfung sollen nun die Landkreise aller Bundesländer nach und nach funkferngesteuerte Raupen einsetzen.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Aufgrund der hohen Anforderungen, die das EFI an die Raupen stellt in Bezug auf Technik, Mechanik und Ausstattung, ist der »Robogreen Evo Firemaster« als eine der wenigen Maschinen im Förderkatalog des Bundes zum Waldbrandschutz sowie zur Bekämpfung des Borkenkäfers und der Trockenheit gelistet. Zusätzlich sieht Energreen Germany für die Maschine auch Potenzial in munitionsbelasteten Gebieten. Dort ist die funkferngesteuerte Raupe bestens einsetzbar, denn der Bediener bleibt außerhalb des Gefahrenbereichs. Dagegen direkt in den fiktiven Gefahrenbereich geht es seit Ende Oktober auf dem Truppenübungsplatz im niedersächsischen Munster, wo der »Robogreen Evo« das »Fliegen« lernt. Um zu demonstrieren, dass die Maschine zum Brandherd gebracht werden kann und in schwierigstem Gelände einsetzbar ist, lässt die Feuerwehr Baden-Württemberg die Maschine von einem Polizei-Hubschrauber direkt ins Gefahrengebiet fliegen.

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