Kompakter Allrounder als MLF

Artikel vom 16. Juni 2021
Löschfahrzeuge

Das »Mittlere Löschfahrzeug« (MLF) entsprechend DIN 14530-25 erfreut sich bei kleineren Feuerwehren großer Beliebtheit. Es ist in vielen Versionen verfügbar, sei es auf schweren Transporter- oder leichten Lkw-Fahrgestellen. Der Aufbauhersteller BAI stellte auf der Messe FLORIAN 2020 in Dresden erstmals seine Interpretation dieses Modells auf einem Fuso-Canter-Allradchassis mit unter 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse vor.

Mit dem Fuso Canter 6 C 18 (4x4) zeigt BAI, wie ein kompaktes und trotzdem geräumiges MLF mit Allradantrieb unter 7,5 Tonnen aussehen kann (Bilder: Holger Bahlmann).

Das MLF ist mit seiner Staffelbesatzung (1+5) und einer feuerwehrtechnischen Beladung für die Personenrettung, Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung ein universell einsetzbares Löschfahrzeug, das insbesondere bei Ortsfeuerwehren mit nur einem Einsatzfahrzeug für (fast) alle alltäglichen Einsatzlagen gerüstet sein soll. Und am besten sollte es auf einem Lkw-Chassis mit Allradantrieb daherkommen – so die Meinung vieler Beschaffer. Dann ist heute meist ein 10- bis 12-Tonner fällig, entsprechend groß, entsprechend teuer. Und natürlich ist dafür ein Fahrer mit der Fahrerlaubnis Klasse C vonnöten. Dass es auch einfacher geht, zeigt nun BAI mit dem realisierten MLF auf einem allradgetriebenen »Fuso Canter 6 C 18«, der voll ausgerüstet unter 7,5 Tonnen bleibt und so auch mit dem Feuerwehrführerschein zu bewegen ist (oder der alten Fahrerlaubnis Klasse 3).

Eine LED-Umfeldbeleuchtung sowie der elektropneumatisch ausfahr- und drehbare Lichtmast machen die Nacht zum Tage.

Das Chassis mit serienmäßigem Fahrerhaus und einem Radstand von 3415 Millimetern wurde von der Firma Paul in Vilshofen für den Aufbau eines genormten Löschfahrzeugs vorbereitet, so dass auch die im Heck eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe des Typs »Hale-Godiva KP 1« (FPN 10-1000 nach EN 1028) alle Anforderungen erfüllt. Zusätzlich ist eine Druckzumischanlage DZA 8 für den Schaumeinsatz installiert (»Hale-Godiva SmartFoam 2.1A«), die aus einem 50-Liter-Schaummitteltank gespeist wird. Dieser ist, ebenso wie der 600 Liter fassende Löschwasserbehälter, aus Polypropylen gefertigt.

Übersichtlich und praxisgerecht zeigt sich der rückseitige Pumpenbedienstand.

Die Besatzung findet im Fahrerhaus (zwei Sitzplätze) und im Mannschaftsraum (vier Sitzplätze in Fahrtrichtung) Platz. Letzterer ist in den Aufbau integriert und dadurch recht geräumig. Eine große Öffnung in der Fahrerhausrückwand ermöglicht eine gute Sicht- und Sprechverbindung. Die beiden mittleren Plätze im Mannschaftsraum sind mit Atemschutzgerätehalterungen ausgerüstet. Auf Wunsch sind auch andere Sitzplatzanordnungen möglich.

Eine große Öffnung zwischen Fahrer- und Mannschaftsraum ermöglicht eine gute Kommunikation innerhalb der sechsköpfigen Besatzung.

Der Geräteaufbau aus eloxierten Aluminium-Strangpressprofilen und -paneelen nimmt in fünf Geräteräumen die feuerwehrtechnische Beladung auf. Ein Schnellangriff, bestehend aus zwei C-Schläuchen mit Strahlrohr, lagert im Geräteraum G4 auf einer entnehmbaren Ablage aus Edelstahl. Auf dem Fahrzeugdach finden sich die vierteilige Steckleiter und vier Saugschläuche. Auch ein elektropneumatisch aufstell- und ausfahrbarer Lichtmast (2 x 100-W-LED) mit permanentem Anschluss an die Fahrgestellelektrik ist dort montiert. Er wird per Kabelfernbedienung betätigt.

Autor:
Holger Bahlmann
Freier Fachjournalist
für
BAI Sonderfahrzeuge GmbH
75181 Pforzheim
www.bai-deutschland.de

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