Mehr Sicherheit bei der Alarmierung

Artikel vom 6. September 2023
ITK und Dienstleistungen

Die Feuerwehr Köln ergänzt durch die Integration von »GroupAlarm« Prozesse der Alarmierung ihrer Freiwilligen Feuerwehr und der dienstfreien Kräfte der Berufsfeuerwehr.

Die zweitgrößte kommunale Feuerwehr Deutschlands setzt innerhalb ihres Alarmierungssystems auch auf eine zielgerichtete Handyalarmierung über »GroupAlarm« (Bild: BF Köln).

Die zweitgrößte kommunale Feuerwehr Deutschlands setzt innerhalb ihres Alarmierungssystems auch auf eine zielgerichtete Handyalarmierung über »GroupAlarm« (Bild: BF Köln).

In brenzligen Situationen muss alles schnell gehen und vor allem reibungslos laufen. Niemand weiß das so gut wie die Rettungskräfte einer Großstadt. Denn wo viele Menschen leben, ist das Gefahrenpotenzial hoch. So geht es auch der Feuerwehr Köln, die sich an einem normalen Tag allein um rund 1000 Notrufe, 23 technische Hilfeleistungen, sieben Brände, mehr als 500 Einsätze im Rettungsdienst und eine Telefonreanimation kümmern muss. 1872 gegründet, besteht die Feuerwehr Köln aus dem Zusammenschluss von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr. Als zweitgrößte kommunale Feuerwehr Deutschlands ist sie damit zuständig für die Gefahrenabwehr und den Rettungsdienst auf dem Gebiet der Millionenstadt Köln.

Ein System für alle Fälle, am liebsten mit Smartphone

Damit die rund 1100 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und die 800 freiwilligen Feuerwehrleute im Ernstfall schnellstmöglich alarmiert werden können, setzt die Berufsfeuerwehr auf einen Wachalarm mit Gong. Die Freiwillige Feuerwehr wird über digitale Funkmeldeempfänger informiert. Dienstfreies Personal, Rufbereitschaften und das Krisenmanagement erreicht man über eine spezielle telefonische Alarmierung. »Gibt es nicht ein System, das alle vereint und dabei einfach und sicher ist?«, fragte sich die Feuerwehr der innovativen Metropole und ging aus diesem Grund 2021 auf die Suche nach praktikablen Lösungen. Schnell rückte dabei das allgegenwärtige Smartphone in den Mittelpunkt. »Die voranschreitende Digitalisierung beeinflusst unser aller Leben. Daher ist der Besitz eines Smartphones heute nicht nur selbstverständlich, sondern spielt eine zentrale Rolle.

In der zentralen Leitstelle in Köln gehen mehrere hundert Notrufe am Tag ein, oftmals mehrere Anrufepro Notlage. Die Anzahl der Notrufe entspricht daher nicht der der Einsätze. Etwa die Hälfte der Anrufe sind Einsätze (Bild: FW Köln).

In der zentralen Leitstelle in Köln gehen mehrere hundert Notrufe am Tag ein, oftmals mehrere Anrufe pro Notlage. Die Anzahl der Notrufe entspricht daher nicht der der Einsätze. Etwa die Hälfte der Anrufe sind Einsätze (Bild: FW Köln).

Es ist also nachvollziehbar, dass sich insbesondere die Freiwillige Feuerwehr eine ›zeitgemäße‹ Alarmierung gewünscht hat«, so OBR Dennis Richmann, stellvertretender Abteilungsleiter Gefahrenabwehr III, Informationssysteme. Man entschloss sich deshalb, die Möglichkeiten der modernen Technik voll auszuschöpfen und die bewährten Anwendungen mit einer praktischen und sehr alltagstauglichen Handylösung zu unterstützen.

Anforderungskatalog mit vielen Wünschen

Die Entscheidung für den Einsatz eines neuen Alarmierungssystems basierte auf verschiedenen Anforderungen. Jonas Sprenger, Projektkoordinator Handyalarmierung bei der Feuerwehr Köln, berichtet: »Wir brauchten eine Lösung für die Freiwillige Feuerwehr, um auch Regionen ohne Funkmeldeempfang (z. B. Keller oder Gebiete außerhalb Kölns) abzudecken.

»GroupAlarm«-App mit Nachalarmierungsansicht (Bild: cubos internet)

»GroupAlarm«-App mit Nachalarmierungsansicht (Bild: cubos internet)

Hinzu kommt, dass wir zum Alarmierungszeitpunkt nie wussten, mit wie vielen Einsatzkräften wir rechnen können; das war erst klar, wenn die benötigte Stärke im Löschfahrzeug bereits erreicht wurde.« Einige Fachbereiche der Branddirektion forderten darüber hinaus, auch dienstfreie Mitarbeiter zielgerichteter alarmieren zu können und eine zeitnahe Rückmeldung über deren Verfügbarkeit zu erhalten. »Die bisherige Telefon-Alarmierungslösung ermöglichte keinerlei Vertreterregelungen, sondern alarmierte immer alle Personen einer Gruppe«, weiß Sprenger.

Gewinner der Ausschreibung ist »GroupAlarm«

Im Rahmen einer Ausschreibung machte schließlich die Software »GroupAlarm« der Firma cubos Internet GmbH aus Aachen das Rennen. »Da für uns der Betrieb einer eigenen Lösung zu dem Zeitpunkt nicht in Betracht kam, haben wir für diese Aufgabe eine Reihe von Alarmierungsdienstleistern gesucht und geprüft. Am Ende blieb davon eine Handvoll potenzieller Kandidaten übrig, von denen sich schließlich »GroupAlarm« im Rahmen einer Ausschreibung durchgesetzt hat«, erklärt Sprenger.

»GroupAlarm« vereint alle benötigten Alarmierungsmöglichkeiten

Gezielt alarmieren zu können, ohne auf den Gesamtalarm verzichten zu müssen – und das bei minimalem Datenpflegeaufwand –, so lautete die Anforderung an die Software. Das Smartphone sollte Dreh- und Angelpunkt bei der Alarmierung sein. Die neue Lösung vereint nun alle benötigten Alarmierungsmöglichkeiten in einem System, und die Einsatzkräfte können zielgerichtet per Handyalarm alarmiert werden. Die Einarbeitung war kein großes Thema, denn die Software lässt sich intuitiv bedienen und wird im Bedarfsfall von einem schnellen, kompetenten Support unterstützt, der sämtliche Fragen zu »GroupAlarm« beantwortet. Mit der umfangreichen API-Schnittstelle und zahlreichen Möglichkeiten in der Umsetzung von Alarmierungsstrukturen ist man gleichzeitig bestens für die Zukunft gerüstet. Der Alltag der Freiwilligen Feuerwehr wird so erheblich erleichtert.

Systemerweiterung ist in Vorbereitung

Noch wird die Software hauptsächlich bei der Freiwilligen Feuerwehr mit ihren 27 Löschgruppen eingesetzt. Der Ausbau zur Alarmierung von dienstfreien Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr bei Sonderlagen, Spezialeinheiten (z. B. psychosoziales Unterstützungsteam) sowie von Katastrophenschutzeinheiten befindet sich aber schon in der Vorbereitung. Auch die manuelle telefonische Alarmierung wird in einigen Bereichen bereits durch die zielgerichtete Alarmierung per Handy abgelöst oder ergänzt. »Mithilfe von ›GroupAlarm‹ können wir die Alarmierung der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und der Katastrophenschutzeinheiten sowie die von dienstfreien Kollegen der Berufsfeuerwehr über einen zusätzlichen Weg sicherstellen und damit eine schnelle und ebenfalls hochverfügbare Redundanz zu unseren bisherigen Alarmierungsmöglichkeiten betreiben. Zusatzfunktionen wie Rückmeldungen, Alarmmonitore an Außenstandorten und Terminfunktionen erleichtern Führungs- und Einsatzkräften die Arbeit sowohl im täglichen Dienstbetrieb als auch im Alarmfall«, freut sich Sprenger.

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