Geräteanhänger für die Rettung in Strömungs- und Fließgewässern
Anhänger
Als Reaktion auf zunehmende Extremwetterereignisse hat das Land Nordrhein-Westfalen 40 Geräteanhänger für die Rettung in Strömungs- und Fließgewässern beschafft. Sie stärken die Einsatzfähigkeit der Wasserrettungszüge im Katastrophenschutz erheblich.

Geräteanhänger »GAnh-SFW-Rett NRW« für die Strömungs- und Fließwasserrettung (Bild: Ewers).
Extremwetterlagen wie Starkregenereignisse und Überschwemmungen treten in Nordrhein-Westfalen zunehmend häufiger auf. Besonders Anrainer großer Flüsse wie des Rheins sind betroffen, doch auch kleinere Flüsse wie Ruhr, Ems und Weser sowie Bäche – etwa im Sauerland – können innerhalb kürzester Zeit stark anschwellen und über die Ufer treten.
»Um auf dem Wasser genauso krisenfest zu sein wie auf dem Land«, sagte Innenminister Herbert Reul bei der Vorstellung der neuen Ausstattung, hat das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt 40 Geräteanhänger für die Rettung in Strömungs- und Fließgewässern beschafft. Mit der verbesserten Ausstattung der insgesamt 20 Wasserrettungszüge zieht das Land eine konsequente Lehre aus der Flutkatastrophe des Jahres 2021. Wasserrettungszüge sind taktische Einheiten des Katastrophenschutzes zur Gefahrenabwehr und Schadensbekämpfung.
Zu den zentralen Aufgaben der neuen Geräteanhänger gehört die Rettung von in Not geratenen Personen aus schnell fließenden Gewässern. Darüber hinaus ermöglichen sie die medizinische Erstversorgung am Einsatzort sowie den sicheren Abtransport aus dem Gefahrenbereich. In Überschwemmungsgebieten zählen auch die Rettung von Tieren und die Bergung von Sachwerten zum Einsatzspektrum. Ergänzend unterstützen die Strömungsretter bei der Sicherung von Deichen und Dämmen, um Anwohner vor Überflutungen zu schützen, oder stellen die Grundversorgung in überfluteten Gebieten sicher.

(Bild: Ewers).
Alle für den Einsatz erforderlichen Materialien für sogenannte Strömungs- und Fließwasserretter sind auf den neuen Geräteanhängern verlastet. Die Ausrüstung wird unter anderem von dem Partnerunternehmen Dönges aus Wermelskirchen geliefert. Besonders hervorzuheben sind die beiden mitgeführten Boote, geliefert von Lava Marine aus Bad Lippspringe: ein motorisiertes Schlauchboot mit Aluminiumrumpf sowie ein Wildwasser-Schlauchboot („Raft“). Beide Bootstypen bieten Platz für jeweils bis zu sechs Personen und dienen dem Transport von Einsatzkräften und Material.
Zur Ausstattung der Anhänger zählen zudem persönliche Schutzausrüstungen wie Klettergurte und Wurfsäcke. Ergänzend stellen die beteiligten Organisationen unter anderem Neoprenanzüge zum Schutz vor Unterkühlung, Handschuhe für die Seilführung, Helme, Schwimmbrillen und Signalpfeifen bereit. Für die Versorgung geretteter Personen sind außerdem Rettungswesten und umfangreiche Erste-Hilfe-Ausrüstungen an Bord.
Ein Schwerpunkt der technischen Ausstattung liegt auf der Seiltechnik: Zahlreiche Seile, Winden, Umlenkrollen, Seilklemmen, Karabinerhaken sowie Flaschenzugsysteme ermöglichen sicheres Arbeiten auch bei hohen Fließgeschwindigkeiten von bis zu vier Metern pro Sekunde, wie sie bei Hochwasser auftreten können. Jeder Anhänger ist zudem mit einer Seilschleuder ausgestattet, um in Kombination mit Kletter- und Abseilmaterial auch schwer zugängliches Gelände absichern zu können. Für Einsätze bei Dunkelheit verfügen die Geräteanhänger über einen Stromerzeuger, zwei LED-Strahler mit Dreibeinstativen sowie zwei leistungsstarke Suchscheinwerfer.




