200. Sensor für Waldbrandfrüherkennung in Niedersachsen
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Niedersachsen erweitert die automatisierte Waldbrandfrüherkennung: IQ Technologies for Earth and Space GmbH ergänzt das Netz um einen Standort in Alt Garge. Mit »IQ FireWatch« werden Rauchereignisse früh erkannt und Einsatzkräfte schneller informiert.

Die 200. IQ FireWatch Installation Deutschlands am Standort in Alt Garge in Niedersachsen (Bild: IQ Technologies for Earth and Space GmbH)
Seit 2011 nutzt Niedersachsen ein automatisiertes Waldbrandfrüherkennungssystem, um gefährdete Waldflächen frühzeitig auf Rauchereignisse zu überwachen. Die bestehenden 17 Installationen decken mehr als 440.000 Hektar ab und konzentrieren sich vor allem auf den Nordosten des Landes, darunter die Landkreise Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle. 2021 wurden alle Standorte modernisiert.
Mit dem neuen Standort in Alt Garge auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten kommt nun die 18. Installation in Niedersachsen hinzu. Zugleich handelt es sich um den 200. Standort in Deutschland. Ein weiterer Standort in Harburg-Rosengarten soll in Kürze folgen und das Netz im Bundesland weiter ergänzen.
Multispektrale Sensorik und KI-gestützte Auswertung
Das AWFS »IQ FireWatch« arbeitet mit einer multispektralen Sensoreinheit. Diese dreht sich innerhalb von vier bis sechs Minuten um 360 Grad und nimmt an vordefinierten Positionen Bilder auf. Die Auswertung erfolgt in Echtzeit über eine Softwarekombination aus merkmalsbasierten Algorithmen und künstlicher Intelligenz.
Das Zusammenspiel aus Hard- und Software ermöglicht einen Überwachungsradius von 20 Kilometern bei nahezu allen Wetterbedingungen. Unter optimalen Bedingungen sind Detektionen bis zu einer Entfernung von 50 Kilometern und mehr möglich. Erkennt das System Rauch oder rauchähnliche Ereignisse, werden Alarmmeldungen an die Waldbrandzentrale im Behördenzentrum „Auf der Hude“ in Lüneburg übermittelt.
Von dort aus werden Einsatzkräfte alarmiert und mit wesentlichen Zusatzinformationen versorgt. Dazu gehören die genaue Verortung des Ereignisses und Navigationsdaten. Ziel ist es, Waldbrände früh zu lokalisieren, Einsatzmaßnahmen gezielt einzuleiten und größere Brandereignisse möglichst zu verhindern.
Früherkennung als Baustein des vorbeugenden Waldbrandschutzes
Neben Waldumbau, technischer und forstlicher Infrastruktur sowie Bewusstseinsbildung bleibt die automatisierte Früherkennung ein wichtiger Bestandteil des vorbeugenden Waldbrandschutzes in Niedersachsen. Die grenzübergreifende Nutzung und Abstimmung mit anderen Bundesländern spielt dabei eine zentrale Rolle, da Waldbrände nicht an Landesgrenzen enden.
In Deutschland ist das System in acht Bundesländern mit erhöhter Waldbrandgefahr etabliert. Ausgangspunkt war Brandenburg, wo 2003 das erste automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem in Betrieb ging. Seitdem wurden die Sensorlösungen schrittweise in weiteren Regionen eingesetzt.
Steigende Risiken durch Trockenheit und Hitze
Die Pressemitteilung verweist auf zunehmende Waldbrandgefahren durch klimatische Veränderungen. Langanhaltende Trockenheit und Hitze, teils bereits vor dem Laubaustrieb, erhöhen das Risiko. Da Waldbrände unter diesen Bedingungen nicht vollständig verhindert werden können, gewinnt eine frühe Detektion an Bedeutung.
Die IQ Technologies for Earth and Space GmbH entwickelt, fertigt und testet die technischen Lösungen am Hauptsitz in Berlin. Neben terrestrischer Brandfrüherkennung umfasst das Unternehmen auch Funkkommunikationslösungen für Kleinsatelliten. Auf der INTERSCHUTZ 2026 soll die aktuelle Generation des Systems in Halle 17, Stand F04, sowie im WildfireCamp im Außenbereich vorgestellt werden.


