Schleswig-Holstein führt digitale Führungsunterstützung ein

Artikel vom 29. Juli 2026
Software

Die Eurocommand GmbH stellt Schleswig-Holstein künftig die Software »CommandX« für ein landeseinheitliches Stabs- und Führungsunterstützungssystem bereit. Krisenstäbe von Land, Kreisen und kreisfreien Städten sollen damit Lageinformationen teilen und Einsätze gemeinsam koordinieren.

Carsten Weiske, Sascha Pomp, Lina Kleinfeldt. (Bild: Eurocommand GmbH)

Schleswig-Holstein führt ein landeseinheitliches Stabs- und Führungsunterstützungssystem für den Bevölkerungsschutz ein. Nach einer europaweiten Ausschreibung sollen künftig die Krisenstäbe des Landes, der Kreise und der kreisfreien Städte über eine gemeinsame digitale Plattform vernetzt werden. Den Zuschlag erhielt die Eurocommand GmbH mit der Softwarelösung »CommandX«.

Die Plattform soll die Stabsarbeit in Schleswig-Holstein vereinheitlichen und die Führungsunterstützung im Krisenfall digital abbilden. Bereits heute wird die Lösung von Landkreisen und Feuerwehren im Land genutzt. Zudem ist sie als landeseinheitliches Führungsunterstützungssystem in Brandenburg, Thüringen und Niedersachsen im Einsatz.

Gemeinsame Datenbasis für Lage und Ressourcen

Ein zentraler Punkt des Projekts ist der Austausch von Lageinformationen in Echtzeit. Krisenstäbe sollen auf gemeinsame Lagebilder zugreifen und Informationen über Zuständigkeiten hinweg nutzen können. Dadurch entsteht eine einheitliche Datenbasis, die die Koordination von Personal, Einsatzmitteln und Ressourcen unterstützen soll – auch über Kreisgrenzen hinweg.

Für die Katastrophenschutzbehörden bedeutet das: Kommunikation, Koordination und Zusammenarbeit werden stärker auf gemeinsame digitale Prozesse ausgerichtet. Gerade bei dynamischen Lagen kann ein abgestimmter Informationsstand helfen, Entscheidungen nachvollziehbar vorzubereiten und Maßnahmen schneller miteinander abzustimmen.

Baustein für DIKatS

Das System ist als Beitrag zur Digitalen Plattform für Katastrophen-, Brand- und Zivilschutz, kurz DIKatS, vorgesehen. Damit soll der Bevölkerungsschutz in Schleswig-Holstein weiter digital vernetzt werden. Die Erfahrungen aus der Ostsee-Sturmflut 2023 und der Flutkatastrophe im Ahrtal zeigen laut Mitteilung, wie wichtig schnelle Informationswege und verlässliche Führungsstrukturen im Krisenfall sind.

Die digitale Vernetzung der Einsatz- und Führungsstrukturen soll dazu beitragen, Lageinformationen schneller verfügbar zu machen und den Informationsaustausch zwischen beteiligten Behörden sicherer zu gestalten. Ziel ist eine wirksame Gefahrenabwehr, bei der Einsatzkräfte und Stäbe auf abgestimmte Informationen zugreifen können.

Einführung, Konfiguration und Schulung

Im nächsten Schritt wird die Software für die Anforderungen in Schleswig-Holstein konfiguriert und in die vorgesehenen Strukturen implementiert. Außerdem sollen die künftigen Nutzerinnen und Nutzer geschult werden. Das Projekt richtet sich damit nicht nur auf die technische Einführung, sondern auch auf die praktische Anwendung in den Stäben.

Das Unternehmen verweist in seinem Profil auf Zertifizierungen nach ISO 9001 und ISO 27001 sowie auf eine Ausrichtung an NIS2 und CRA. Rund 40 Mitarbeitende betreuen Kunden von der kommunalen bis zur Landesebene, darunter Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen.

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