KI-Kamera unterstützt Patientensicherheit in der Nachtpflege

Artikel vom 24. September 2026
Sicherheit

i-PRO integriert »Kepler Night Nurse« von Kepler Vision Technologies auf GenAI-Fisheye-Kameras. Die Edge-AI-Lösung erkennt Ereignisse wie Aufstehen oder mögliche Stürze direkt in der Kamera und alarmiert Pflegekräfte in Echtzeit.

Von links: Satoshi Kataoka, Director Camera/Mobile Products Management; Harro Stokman, CEO; Glenn Michiels, Manager Product Management; Yuki Naito, Manager Strategic Project Engineering. (Bild: i-PRO Co. Ltd.)

i-PRO und Kepler Vision Technologies arbeiten zusammen, um die Patientenüberwachung in Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht die Anwendung »Kepler Night Nurse«, die künftig direkt auf der »GenAI Fisheye Camera« läuft. Die Kamera nutzt den »Ambarella CV72 AI Vision SoC« und kombiniert Edge-AI-Verarbeitung mit Bildgebung für sicherheitsrelevante Anwendungen im Pflegeumfeld.

Die Lösung erkennt Aktivitäten, die eine Reaktion des Pflegepersonals erfordern können. Dazu zählen etwa der Versuch, ein Bett zu verlassen, oder ein möglicher Sturz. Wird ein solches Ereignis erkannt, sendet das System eine Echtzeitmeldung über ein Schwesternrufsystem. Pflegekräfte können die Situation anschließend bewerten und entsprechend dem Bedarf der Patientin oder des Patienten reagieren.

Edge-Verarbeitung ohne zusätzliche Server

Ein zentraler Punkt der Lösung ist die Verarbeitung direkt in der Kamera. Drittanbieteranwendungen können auf der offenen Kameraplattform ausgeführt werden, ohne dass zusätzliche Server oder separate Verarbeitungshardware erforderlich sind. Das vereinfacht die Einführung neuer KI-Funktionen und reduziert den Infrastrukturaufwand in Einrichtungen, die ihre Patientenüberwachung erweitern wollen.

Gerade im Gesundheitswesen spielt der Umgang mit sensiblen Daten eine wichtige Rolle. Da die Erkennung von sicherheitsrelevanten Ereignissen am Edge erfolgt, müssen weniger Daten an externe Server oder Cloud-Infrastrukturen übertragen werden. Gleichzeitig bleiben Echtzeitmeldungen möglich. Die Kameras sind zudem auf Cybersicherheit und einen verantwortungsvollen Einsatz von KI ausgelegt, was den Betrieb in sensiblen Pflege- und Klinikbereichen unterstützen soll.

Entlastung bei nächtlichen Kontrollen

Die Anwendung richtet sich unter anderem an Einrichtungen, die bei anhaltendem Personaldruck Arbeitsabläufe im Nachtdienst verbessern wollen. Routinekontrollen in Bewohner- oder Patientenzimmern können Patientinnen und Patienten stören und zusätzliche Belastung für Teams erzeugen. Durch ereignisbasierte Hinweise sollen Pflegekräfte ihre Aufmerksamkeit stärker auf Situationen richten können, in denen tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Das System ersetzt keine pflegerische Bewertung, sondern liefert Hinweise, die eine schnellere Einschätzung ermöglichen. So kann es Teams dabei unterstützen, Prioritäten zu setzen und auf potenzielle Risiken früher zu reagieren.

Lizenzmodell und Verfügbarkeit

Die Lösung soll über ein flexibles Lizenzmodell angeboten werden. Gesundheitseinrichtungen können damit KI-basierte Patientenüberwachung einführen, ohne sich vorab auf ein großes Infrastrukturprojekt festlegen zu müssen. Die Verfügbarkeit für die Kameras ist für Oktober 2026 über ausgewählte autorisierte Reseller und Channel-Partner vorgesehen.

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