Förderpreis Helfende Hand: Zehn Projekte für 2026 nominiert
Service- und Dienstleistungen
Für den BMI-Förderpreis »Helfende Hand« 2026 sind zehn Projekte aus mehr als 350 Bewerbungen nominiert. Die Initiativen zeigen, wie Ehrenamtliche Bevölkerungsschutz, Krisenvorsorge, Nachwuchsarbeit und Unterstützung für Einsatzkräfte in Deutschland stärken.

(Bild: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK)
Mehr als 350 Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr für den Förderpreis beworben. Die Fachjury hat daraus zehn Nominierte ausgewählt. Neun Projekte verteilen sich auf die Kategorien Innovative Konzepte, Nachwuchsarbeit und Unterstützung des Ehrenamtes. Zusätzlich wird ein Sonderpreis für Engagement nach dem Erwerbsleben vergeben. Die genaue Platzierung wird bei der Preisverleihung am 7. Dezember 2026 in Berlin bekanntgegeben. Bis dahin können Interessierte online über den Publikumspreis abstimmen.
Seit 18 Jahren würdigt das Bundesministerium des Innern mit dem Preis die Arbeit ehrenamtlich engagierter Menschen im Bevölkerungsschutz. Im Fokus stehen Projekte, die Verantwortung übernehmen, Leben und Gesundheit schützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Bewertet werden die Einreichungen nach Innovationskraft, Vorbildcharakter und nachhaltiger Wirkung. Die Jury besteht aus neun Vertreterinnen und Vertretern der Spitzenorganisationen des deutschen Bevölkerungsschutzes.
Innovative Konzepte
In der Kategorie Innovative Konzepte ist die Freiwillige Feuerwehr Halchter mit »Halchter hilft – 96 Stunden gemeinsam stark« nominiert. Ortsfeuerwehr und Dorfgemeinschaft haben gemeinsam einen Plan entwickelt, um die ersten 96 Stunden einer Krisenlage zu bewältigen. Dazu gehören ein autarkes Feuerwehrhaus, ein Krisenhandbuch für alle Haushalte und ein Nachbarschaftshilfenetzwerk für schnelle Selbsthilfe vor Ort.
Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe ist mit dem Gesellschaftsspiel »Katastrophen! Wer klüger ist, sorgt vor!« vertreten. Es vermittelt Wissen zur persönlichen Notfallvorsorge spielerisch und niedrigschwellig. Familien, Jugendgruppen und Schulklassen setzen sich über Fragen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen damit auseinander, wie sie sich auf Notfälle vorbereiten und anderen helfen können.
Die Berliner Feuerwehr ist mit dem »Projekt Kiezgespräche« nominiert. Kiezbeauftragte gehen in Schulen, Jugendclubs und Quartiere, um Gewaltprävention, praktische Hilfe und demokratische Bildung zu verbinden. Zum Projekt gehören Begegnungsformate, Workshops, Sportveranstaltungen und das Wahlpflichtfach »Retten und Schützen« an einer Oberschule.
Nachwuchsarbeit und Ehrenamt
In der Kategorie Nachwuchsarbeit verbindet der THW-Ortsverband Coesfeld gemeinsam mit dem Gymnasium Nepomucenum Krisenvorsorge, Technik, Orientierung und Teamarbeit. In der »THW-AG Krisenvorsorge und Resilienz im Schulalltag« lernen Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7, wie technisches Wissen und Zusammenarbeit in Krisensituationen handlungssicherer machen.
Die Malteser Jugend der Ortsgliederung Wolfegg bringt im »Generationenprojekt Junghelfer & Senioren« Jugendliche mit älteren Menschen zusammen. Bei regelmäßigen Besuchen in Senioreneinrichtungen und -wohnungen vermitteln Junghelfende richtiges Notfallverhalten. So entstehen mehr Sicherheit für ältere Menschen und ein besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse im Notfall.
Der DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck e. V. richtet einen »Katastrophenschutztag für 6. Klassen« aus. An praktischen Stationen erleben Schülerinnen und Schüler, wie Hilfe organisiert wird und was sie selbst in Notlagen tun können. Fahrzeuge, Ausrüstung und Einsatzkräfte machen Bevölkerungsschutz greifbar und können Interesse am Ehrenamt wecken.
In der Kategorie Unterstützung des Ehrenamtes steht das Bilderbuch »Blaulichtfamilie – wir und die Freiwillige Feuerwehr« von Elke Gehrling und Edwin Müller auf der Nominierungsliste. Es erklärt Kindern, wie Feuerwehreinsätze Familien betreffen können, und schafft Gesprächsanlässe über ausgefallene gemeinsame Zeit oder belastende Erlebnisse.
amitumKids gUG ist mit »Frühe Hilfen für Kinder traumatisierter Einsatzkräfte« nominiert. Das Angebot setzt auf altersgerechte Aufklärung, aufsuchende Unterstützung und betreute Auszeiten für Kinder und Eltern. Ziel ist es, Familien zu entlasten, bevor sich psychosoziale oder gesundheitliche Folgen verfestigen.
Mit »Dachdecker helfen« unterstützt Dachdeckermeister Stefan Bern zum 25-jährigen Bestehen des Mönchengladbacher Unternehmens 25 Projekte mit insgesamt 25.000 Euro. Eine Jubiläumsfeier und begleitende Öffentlichkeitsarbeit sollen die Engagierten zusammenbringen und ihren Einsatz sichtbarer machen.
Sonderpreis und Publikumsvoting
Den Sonderpreis für Engagement nach dem Erwerbsleben erhält die Generationenhilfe Börderegion e. V. mit »Seniorinnen und Senioren gut vorbereiten für den Ernstfall«. Das Projekt verbindet Nachbarschaftshilfe mit Krisenvorsorge, etwa durch Vorträge, Warn-App-Schulungen und eine Begegnungsstätte als Anlaufpunkt bei Hitze oder Kälte.
Der Förderpreis wird seit 2009 jährlich vergeben. Er rückt ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz in die öffentliche Wahrnehmung und unterstützt Projekte mit Preisgeldern von bis zu 10.000 Euro.



