75 Jahre Feuerwehrtechnik aus Winschoten: Standort feiert Jubiläum

Artikel vom 5. Oktober 2026
Löschfahrzeuge

Ziegler Brandweertechniek B.V. blickt in Winschoten auf 75 Jahre Feuerwehrtechnik zurück. Aus einem Karosseriebaubetrieb entstand ein Standort, der Einsatzfahrzeuge entwickelt, baut und wartet – mit enger Verbindung zur Feuerwehrpraxis.

Von Berwi zu Ziegler (Bild: Albert Ziegler GmbH)

Am 25. September 1951 begann in Winschoten die Fertigung von Fahrzeugkarosserien und Feuerwehrfahrzeugen. Der Standort im Industrieweg ist bis heute mit der niederländischen Feuerwehr- und Fahrzeugbaugeschichte verbunden. Aus dem Familienunternehmen Berwi, benannt nach »Van Bergen Winschoten«, entwickelte sich über mehrere Stationen ein Hersteller für Feuerwehrtechnik, der heute Teil einer international tätigen Unternehmensgruppe ist.

Gegründet wurde der Betrieb von Jan Jurrien van Bergen. Zu Beginn lag der Schwerpunkt auf Feuerwehrfahrzeugen, die unter anderem mit Pumpen ausgestattet wurden, die sein Bruder Andries Heero van Bergen aus Heiligerlee lieferte. Später erweiterte Berwi das Spektrum und baute auch Krankenwagen sowie Polizeifahrzeuge. Dazu gehörten unter anderem technische Streifenwagen auf Basis des Citroën HY für die niederländische Nationalpolizei. Auch Partnerschaften mit Motorkracht und Ajax de Boer prägten die Entwicklung.

Vom Karosseriebau zur Feuerwehrtechnik

In den vergangenen Jahrzehnten änderten sich Eigentümerstruktur und Firmenname mehrfach. 1975 wurde Berwi an die Noord-Nederlandsche Machinefabriek in Winschoten verkauft. Danach folgten Ajax-De Boer und der Anschluss an die ZIEGLER-Struktur. Ab 1982 firmierte der Betrieb als Ajax-Ziegler. 1992 erwarb die Albert Ziegler GmbH alle Anteile; daraus entstand Ziegler Brandweertechniek B.V.

Geblieben ist die Verbindung zum Standort: Feuerwehrfahrzeuge werden in Winschoten weiterhin entwickelt, gebaut und gewartet. Rund 100 Mitarbeitende bringen dort ihr technisches Wissen und handwerkliches Können ein. Der Weg führt damit vom lokalen Karosseriebauer zu einem spezialisierten Produktionsstandort innerhalb eines größeren Konzerns.

Breites Spektrum für Einsatzkräfte

Heute entstehen in Winschoten unter anderem Löschfahrzeuge, Rettungsfahrzeuge, Schaumlöschfahrzeuge, Löschcontainer und weitere Spezialfahrzeuge für die Niederlande und Nachbarländer. Ergänzend liefert der Standort Produkte aus anderen Fertigungsstätten der Gruppe. Als Beispiele nennt die Mitteilung sechs Wasserwerfer für die nationale Polizei im Jahr 2025 sowie drei Unfalllöschfahrzeuge, die für den Flughafen Groningen Eelde vorgesehen sind.

Neben dem Fahrzeugbau gewinnen technische und digitale Lösungen an Bedeutung. Dazu zählen Feuerlöschpumpen ebenso wie Bedien- und Kommunikationssysteme. Ziel ist es, Einsatzkräften praxistaugliche Technik bereitzustellen, die sie bei Bränden, Verkehrsunfällen, Sturmschäden und weiteren Lagen unterstützt.

Enger Bezug zur Feuerwehrpraxis

Das Jubiläum ist damit nicht nur ein Rückblick auf 75 Jahre Unternehmensgeschichte, sondern auch auf viele Generationen von Feuerwehrleuten, die mit Fahrzeugen aus Winschoten ausgerückt sind. Hinter jedem ausgelieferten Fahrzeug steht ein Team, das sich im Einsatz auf Aufbau, Technik und Bedienbarkeit verlassen muss.

Die Entwicklung zeigt zugleich, wie stark sich Feuerwehrbranche und Fahrzeugtechnik seit 1951 verändert haben. Der Standort ist dabei ein Beispiel für die Verbindung von regionaler Verwurzelung und internationaler Entwicklung. Das fachliche Know-how der Mitarbeitenden bleibt ein zentraler Faktor, um Fahrzeuge und Lösungen auf die praktischen Anforderungen von Feuerwehren und anderen Rettungsdiensten auszurichten.

Teilen
PDF-Download
Weiterempfehlen
Drucken
Anzeige Hersteller aus dieser Kategorie