KI-Übersetzung für Notrufe in der Leitstelle Haldensleben

Artikel vom 5. November 2026
Notfallkommunikation

Der Landkreis Börde nutzt in der Leitstelle Haldensleben »e*loquentia« von e*Message für fremdsprachige Notrufe. Die KI-basierte On-Premises-Lösung übersetzt Gespräche in Echtzeit, dokumentiert Inhalte und unterstützt die Einsatzbearbeitung.

Die Leitstelle Haldensleben nutzt eine KI-gestützte Lösung für fremdsprachige Anrufe. (Bild: e*Message )

Im Landkreis Börde unterstützt eine KI-basierte Übersetzungslösung die Leitstelle Haldensleben bei der Annahme fremdsprachiger Notrufe. Entwickelt wurde »e*loquentia« gemeinsam mit e*Message und auf die Abläufe der Leitstelle zugeschnitten. Ziel ist es, Notrufe auch dann sicherer und schneller zu bearbeiten, wenn Anrufende nur wenig oder kein Deutsch sprechen.

Sprachbarrieren bei Notrufen reduzieren

Der Landkreis Börde liegt in einer Region mit starkem Transitverkehr über die A2 und A14. In der Leitstelle gehen deshalb regelmäßig Notrufe von Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen ein. Für die Disponentinnen und Disponenten zählt in solchen Situationen jede klare Information: Was ist passiert, wo wird Hilfe benötigt und welche Einsatzmittel müssen alarmiert werden?

Vor der Einführung wurden verschiedene am Markt verfügbare Lösungen geprüft. Nach Angaben des Landkreises erfüllten sie die Anforderungen an Geschwindigkeit, Datenschutz, Informationssicherheit und Praxistauglichkeit jedoch nicht in vollem Umfang. Daraus entstand eine Anwendung, die auf den Arbeitsalltag der Leitstelle ausgerichtet ist.

Lokale Verarbeitung und lückenlose Dokumentation

Die Lösung erkennt die Sprache automatisch und übersetzt Gespräche in Echtzeit. Sie soll auch bei aufgeregten Anrufern oder störenden Hintergrundgeräuschen unterstützen. Alle relevanten Informationen werden dokumentiert und stehen ohne Zeitverzug für die Einsatzbearbeitung sowie für die Weitergabe an Behörden wie Polizei oder Rettungsdienst bereit.

Ein zentraler Punkt ist die On-Premises-Installation: Die Daten werden lokal auf Servern des Landkreises verarbeitet und verbleiben im System. Sensible Inhalte aus Notrufen müssen dadurch nicht an externe Systeme übertragen werden. Aus der Praxis wird die Bedienung als einfach und intuitiv beschrieben; für das Team in der Leitstelle bedeutet die Anwendung eine spürbare Entlastung.

Alarmierung und Notfallkommunikation verbunden

Die Einführung baut auf einer Zusammenarbeit auf, die seit 2009 besteht. Der Landkreis nutzt bereits eine BOS-Alarmierung für Feuerwehren und zur Warnung der Bevölkerung. Auf Basis vorhandener Zentraltechnik und Satellitenanbindung wurde ein eigenständiges, regionales POCSAG-Alarmierungsnetz aufgebaut.

Die Infrastruktur wurde kontinuierlich erweitert. Heute umfasst sie mehr als 3.000 digitale Meldeempfänger, 280 Sirenen und 20 Sendestationen. Die verschlüsselte, flächendeckende Alarmierung funktioniert unabhängig von öffentlichen Mobilfunknetzen. Zusammen mit der Übersetzungslösung entsteht damit eine Infrastruktur, die Alarmierung, Notrufannahme und Einsatzbearbeitung enger verbindet.

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