PFAS bei Feuerwehrleuten: Humanstudie zu Probiotikum startet
Dienstleistungen für PSA
Cambiotics ApS hat in den USA eine klinische Humanstudie mit Feuerwehrleuten gestartet, die beruflich PFAS ausgesetzt waren. Geprüft wird, ob das probiotische Nahrungsergänzungsmittel »46-SL1« mit Veränderungen der PFAS-Konzentrationen im Serum verbunden ist.

(Bild: abdo alshreef / pexels.com)
Das in Kopenhagen ansässige Biotech-Unternehmen Cambiotics ApS hat den ersten Teilnehmenden in eine klinische Humanstudie aufgenommen. Die Untersuchung läuft in Chicago, Illinois, und richtet sich an Feuerwehrleute, die im Beruf Kontakt mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen hatten. Im Fokus steht der proprietäre probiotische Stamm »46-SL1«, der als Nahrungsergänzungsmittel geprüft wird.
Studienaufbau mit Feuerwehrleuten
Die Studie ist als randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie angelegt. Vorgesehen sind zwei Abschnitte mit jeweils zwölf Wochen. Durchgeführt wird die Untersuchung von Atlantia Clinical Trials in Chicago; sie ist unter der Kennung NCT07846371 registriert.
Teilnehmen sollen 70 Personen mit früherer beruflicher PFAS-Exposition durch ihre Tätigkeit bei der Feuerwehr. Die tägliche Einnahme wird daraufhin untersucht, ob sie mit Veränderungen der PFAS-Konzentrationen im Serum verbunden ist. Zusätzlich werden Sicherheit, Verträglichkeit und Veränderungen des fäkalen Mikrobioms bewertet.
Exposition durch Schäume und Schutzausrüstung
Feuerwehrleute können PFAS aus mehreren Quellen begegnen. Genannt werden unter anderem der frühere Einsatz PFAS-haltiger Löschschäume sowie Schutzkleidung und weitere persönliche Schutzausrüstung. Die Stoffgruppe ist dafür bekannt, lange im Körper zu verbleiben.
Die Mitteilung verweist außerdem darauf, dass PFAS nicht nur Beschäftigte im Feuerwehrdienst betrifft. In der nationalen Biomonitoring-Erhebung NHANES der CDC wurde in mehr als 99 Prozent der Proben aus der US-Bevölkerung mindestens eine PFAS-Chemikalie nachgewiesen. Effiziente Möglichkeiten, die Ausscheidung dieser Stoffe aus dem Körper zu beschleunigen, werden in der Mitteilung nicht genannt.
Wissenschaftliche Grundlage und Finanzierung
Das Unternehmen entwickelt probiotische Ansätze, die die natürliche Ausscheidung unerwünschter Verbindungen wie PFAS unterstützen sollen. Es wurde 2024 mit Unterstützung des dänischen BioInnovation Institute gegründet und ist ein Spin-off der University of Cambridge aus Forschungsarbeiten am MRC Toxicology Unit.
Die wissenschaftliche Grundlage geht auf Forschungsarbeiten zu Darmbakterien zurück. Diese Arbeiten, 2025 in Nature Microbiology veröffentlicht, identifizierten menschliche Darmbakterien, die PFAS bioakkumulieren können. Präklinische Daten lieferten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen bakterieller PFAS-Anreicherung und erhöhter fäkaler Ausscheidung.
Die klinische Studie wird vom Unternehmen im Rahmen seines wissenschaftlichen und klinischen Entwicklungsprogramms finanziert. Im Februar 2026 wurde eine Seed-Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro abgeschlossen. Beteiligt waren Collaborative Fund als Lead-Investor sowie EIFO, der Danish Export and Investment Fund, und True. Ein Teil der Mittel ist für das klinische Entwicklungsprogramm vorgesehen. Der Start eines ersten Nahrungsergänzungsmittels ist für Anfang 2027 geplant.


