DRZ erweitert Schulungsangebot zum Fernpilotenzeugnis STS
Produkte für den Rettungsdienst
Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum e.V. erweitert sein Schulungsangebot um das »Fernpilotenzeugnis STS«. BOS-Kräfte und professionelle Anwender erhalten damit eine praxisnahe Qualifizierung für Drohneneinsätze in der speziellen Kategorie.

Bild: Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum e.V.
Mit dem »Fernpilotenzeugnis STS« erweitert das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum e.V. sein Angebot für professionelle Drohneneinsätze. Die Qualifizierung richtet sich an BOS-Kräfte und weitere Anwender, für die die Ausbildung in der offenen Kategorie nicht ausreicht. Das betrifft etwa Einsätze in komplexen Lagen, Flüge in besiedelten Gebieten oder Anwendungen außerhalb der direkten Sichtweite, also BVLOS-Flüge.
Das STS-Zeugnis schafft vor allem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zusätzliche Möglichkeiten. In den Standardszenarien »STS-01« und »STS-02« können unbemannte Luftfahrtsysteme unter definierten Voraussetzungen betrieben werden. Die europaweit standardisierten Betriebsverfahren verringern dabei den Genehmigungsaufwand gegenüber individuell beantragten Betriebsgenehmigungen. Auch wenn die Luftverordnung BOS in Einsatz- und Übungsdienst von einigen Regularien befreit, kann im Zweifel eine vergleichbare Fachkompetenz erforderlich sein.
Theorie und Praxis für die spezielle Kategorie
Voraussetzung für die Teilnahme ist der vorhandene »EU-Kompetenznachweis A1/A3«. Er bildet die Grundlage für die weiterführende Ausbildung in der speziellen Kategorie. Anders als bei Qualifikationen der offenen Kategorie gehört zum STS-Zeugnis neben der theoretischen Prüfung auch eine praktische Kompetenzbewertung. Erst wenn beide Prüfungsteile bestanden sind, ist die Qualifikation für Einsätze nach den Standardszenarien bestätigt.
Die Ausbildung vermittelt das nötige Fachwissen und die praktischen Fähigkeiten für einen sicheren, rechtskonformen und professionellen Betrieb moderner Drohnensysteme. Neben prüfungsrelevanten Inhalten stehen die Anforderungen realer Einsatzlagen im Bevölkerungsschutz im Mittelpunkt.
Ausbildung für BOS-Einsätze
Die Programme für BOS-Angehörige orientieren sich an den »Empfehlungen für Gemeinsame Regelungen zum Einsatz von Drohnen im Bevölkerungsschutz« des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Das Angebot reicht von Grundlagenschulungen zur Vorbereitung auf EU-Kompetenznachweise über Praxisflugtraining mit einsatznahen Szenarien im Innen- und Außenbereich bis zu maßgeschneiderten Ausbildungsprogrammen.
Ergänzend werden Module zur Einsatztaktik, zur Erprobung eigener Standard-Einsatzregeln sowie zu fortgeschrittenen Themen angeboten. Dazu gehören die Erfassung, Übermittlung und Auswertung von Lagebilddaten.
Rettungsrobotik im Living Lab
Am Standort Dortmund verbindet das Zentrum Anwendung, Wissenschaft und Industrie. Ein Living Lab ermöglicht die realitätsnahe Erprobung robotischer Systeme für Rettungs- und Sicherheitslagen. Dort werden Technologien unter einsatzähnlichen Bedingungen getestet, validiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, angesichts wachsender Anforderungen an BOS neue technische Ansätze für Rettungseinsätze zu entwickeln, insbesondere für menschenfeindliche Umgebungen.





