AirMed World Congress 2026 startet mit WHO-Botschaft in München
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Der AirMed World Congress 2026 ist in München gestartet. Die ADAC Luftrettung und EHAC versammeln rund 800 Teilnehmende aus 40 Ländern. Themen sind HEMS, Ambulanzflug, Notfallversorgung und gemeinsame Standards; Dr. Erwin Stolpe erhielt den »Stern der Sicherheit«.

WHO-Generaldirektor Dr. Tedros richtete sich per Videobotschaft an die Kongressteilnehmenden und betonte die Bedeutung hochwertiger Notfallversorgung. (Bild: Klaus Wolf)
Der AirMed World Congress 2026 ist in München mit einem Eröffnungsabend im Hofbräuhaus gestartet. Veranstaltet wird die Fachveranstaltung von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung gemeinsam mit dem European HEMS and Air Ambulance Committee. Rund 800 Teilnehmende aus 40 Ländern kommen dabei aus Luftfahrt, Medizin, Management, Behörden und Industrie zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung der aeromedizinischen Versorgung, gemeinsame Standards und die Zusammenarbeit über Fach- und Ländergrenzen hinweg.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ordnete die schnelle Hilfe aus der Luft als festen Bestandteil einer flächendeckenden Notfallversorgung ein. In seiner Rede hob er hervor, dass Einsätze unter schwierigen Bedingungen eine enge Abstimmung, gegenseitiges Vertrauen und tragfähige Entscheidungen unter Zeitdruck erfordern. Auch Dr. Tedros, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, wandte sich per Videobotschaft an die Teilnehmenden. Er betonte, dass Notfälle und Katastrophen nicht an Grenzen enden und eine hochwertige Notfallversorgung für alle Menschen erreichbar sein sollte.
München als Ursprungsort des Kongresses
Die internationale Fachveranstaltung kehrt nach 46 Jahren an ihren Ursprungsort zurück. Sie wurde 1980 in München gegründet. Die Stadt ist eng mit der Entwicklung der schnellen Hilfe aus der Luft in Deutschland verbunden: Am 1. November 1970 ging in München-Harlaching mit »Christoph 1« der erste zivile, dauerhaft betriebene Rettungshubschrauber Deutschlands in Dienst. Vor den Toren der Stadt wurde im vergangenen Jahr zudem ein Campus in Oberpfaffenhofen eingeweiht, der als internationales Kompetenzzentrum zur Weiterentwicklung des Rettungsdienstes beschrieben wird.
Thematisch reicht das Programm von HEMS-Einsätzen über Ambulanzflug und Flugsicherheit bis zu patientenorientierter Kabinenausstattung, Rettungswinde und evidenzbasierter Rettungsmedizin. Ergänzend weist der Veranstalter auf ein Zusatzprogramm hin: Am 19. September ist eine Exkursion zur Crashanlage des ADAC Technik Zentrums in Landsberg am Lech sowie ins Testzentrum Mobilität in Penzing geplant. Dort soll ein schwerer Verkehrsunfall inklusive Windeneinsatz eines Rettungshubschraubers simuliert werden.
Auszeichnung für Dr. Erwin Stolpe
Ein Programmpunkt des Abends war die Ehrung von Dr. Erwin Stolpe. Der Unfallchirurg war unter anderem Leitender Notarzt des Rettungshubschraubers »Christoph 1«, Medical Director und Berater notfallmedizinischer Organisationen im In- und Ausland. Zu seinen Beiträgen zählen die Entwicklung einer stärker patientenorientierten Kabinenausstattung sowie die Einführung der Rettungswinde. Für seine langjährigen Verdienste um die Notfallversorgung verlieh Innenminister Herrmann ihm den »Stern der Sicherheit«, die Bayerische Staatsmedaille für Innere Sicherheit.
25 Jahre europäische Zusammenarbeit
Das European HEMS and Air Ambulance Committee blickt bei dem Kongress auf sein 25-jähriges Bestehen zurück. Der Verband vertritt Organisationen aus 18 Ländern und engagiert sich für gemeinsame Sicherheits-, Qualitäts- und Betriebsstandards. Das Motto »Beyond Boundaries: Cross Competence Enhancement of Aeromedical Services« beschreibt den Ansatz, Fachbereiche, Länder und Regularien stärker miteinander zu verbinden.





