Neuer Rettungsrobotik-Hub für Hochrisiko-Einsätze eröffnet

Artikel vom 2. Oktober 2026
Produkte für den Rettungsdienst

Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum hat den »Innovation Hub Rettungsrobotik« eröffnet. Der Hub bündelt zivile und militärische Perspektiven und soll robotische Systeme, Sensorik und KI für gefährliche Rettungslagen praxisnah erproben.

Die Brandfläche auf dem Außengelände simuliert einen Großbrand, bei dem ein Löschroboter zum Einsatz kommt. (Bild: Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum)

Mit dem »Innovation Hub Rettungsrobotik« startet in Dortmund ein zivil-militärisches Innovations- und Erprobungsumfeld für die Rettung von Menschen aus Hochrisikoumgebungen. Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum stellte zur Eröffnung vor, wie technische Unterstützungssysteme künftig entlang der gesamten Rettungskette zusammenspielen sollen.

Im Fokus stehen Einsatzlagen wie CBRN-Szenarien, Explosionen, Erdbeben oder militärische Bedrohungslagen. Gerade dort müssen zivile und militärische Einsatzkräfte unter hohem Zeitdruck handeln. Bislang fehlen technische Systeme, die Suche, Vitalzeichendetektion, Triage, Bergung und Transport durchgängig unterstützen. Der neue Hub setzt deshalb nicht auf einzelne Geräte, sondern auf ein offenes Innovationsökosystem, in dem Robotik, Sensorik und Künstliche Intelligenz gemeinsam entwickelt und erprobt werden.

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ordnete das Vorhaben vor dem Hintergrund einer veränderten Sicherheitslage ein. Forschung, Wirtschaft sowie zivile und militärische Anwender sollen technologische Kompetenzen besser bündeln und gemeinsam Lösungen für gefährliche Einsatzlagen in die Praxis bringen.

Rettungskette im Praxistest

Bei der Eröffnung wurde auf dem Außengelände ein Szenario rund um ein eingestürztes Gebäude demonstriert. Die Vorführung zeigte, wie robotische Systeme Einsatzkräfte in gefährlichen Lagen unterstützen können. Zugleich wurde deutlich: Für die Rettung unter extremen Bedingungen reicht ein einzelnes leistungsfähiges System nicht aus. Gefragt ist ein abgestimmtes Zusammenspiel mehrerer Technologien und Anwender.

Teil der Demonstration waren unter anderem ein Löschroboter auf einer simulierten Brandfläche, die Bergung einer verschütteten Person durch Feuerwehrleute sowie ein Schreitbagger des Technischen Hilfswerks, der Trümmer räumte. Damit wurden zentrale Schritte einer technologisch unterstützten Rettung praktisch dargestellt.

Partner und Förderung

Das Kick-off rückte außerdem konkrete Bedarfe und Fähigkeitslücken in den Mittelpunkt. Nach der Begrüßung durch das Zentrum, den Parlamentarischen Staatssekretär Matthias Hauer und Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti beleuchteten Vertreterinnen und Vertreter von Bevölkerungsschutz, Hilfsdienst, Bundeswehrmedizin und Forschung die Anforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven. Thematisiert wurde, wo technische Unterstützung fehlt und welche Voraussetzungen neue Lösungen für den Einsatz erfüllen müssen.

An der Kooperation beteiligt sind das Bayerische Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr Dortmund mit dem Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie, das Universitätsklinikum Aachen, das BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz sowie das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr. Das Vorhaben entsteht im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland und der Initiative »Innovation Hubs für Sicherheit und Verteidigung« des BMFTR. Gefördert wird es von Juni 2026 bis Dezember 2029 mit 11,3 Mio. Euro. Ziel ist es, Risiken für Einsatzkräfte zu reduzieren, Lagebilder und Entscheidungsgrundlagen zu verbessern, Rettungszeiten zu verkürzen und die zivil-militärische Gefahrenabwehr zu stärken.

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