Mehr Luftrettung in Sachsen: Winde und längere Einsatzzeiten
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In Sachsen wird die Hilfe aus der Luft ausgebaut: ADAC Luftrettung stattet »Christoph 46« ab 2027 mit Rettungswinde aus und verlängert an den Stationen Leipzig und Zwickau die Einsatzzeiten in Herbst und Winter. Trainiert wird im Erzgebirge.

Sichere Rettung am Windenseil: Verfahren mit dem Bergesack gehören zum Windentraining der Zwickauer Crews und der Bergwacht Sachsen. (Bild: Philip Bockshammer)
Die Luftrettung in Sachsen wird ab dem 1. Januar 2027 erweitert. Der Zwickauer Rettungshubschrauber »Christoph 46« fliegt künftig mit Rettungswinde. Zudem werden die Einsatzzeiten der Stationen in Leipzig und Zwickau in den Herbst- und Wintermonaten verlängert. Die ADAC Luftrettung bereitet die Besatzungen derzeit mit Windentrainings und Schulungen für Flüge bei Dunkelheit vor. An beiden Standorten sollen künftig Hubschrauber des Typs »H145« eingesetzt werden.
Windentraining im Erzgebirge
Mit der Rettungswinde sollen Patientinnen und Patienten in schwer zugänglichem Gelände besser erreicht werden, besonders im Erzgebirge und im Vogtland. Dafür trainieren die Zwickauer Crews gemeinsam mit Einsatzkräften der Bergwacht Sachsen zwischen dem 5. und 9. Oktober verschiedene Windeneinsatzszenarien. Ausgangspunkt ist der Sportpark Rabenberg im Erzgebirge.
Geübt wird im freien, engen und steilen Gelände. Auf dem Programm stehen Rettungsverfahren, die Kommunikation zwischen Cockpit und medizinischer Crew, standardisierte Checklisten und Notverfahren. Trainiert werden unter anderem Einsätze mit »Bergesack« und »Rettungsdreieck«. Sechs neue Luftretter der sächsischen Bergwacht aus dem Einsatzgebiet Erzgebirge und Vogtland schließen am Ende der Trainingswoche ihre Ausbildung am Windenseil ab.
Längere Einsatzzeiten bei Dunkelheit
Die erweiterten Einsatzzeiten sollen die Versorgung in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden verbessern. In dieser Zeit steigt laut Mitteilung der Bedarf an schneller Hilfe aus der Luft, unter anderem durch Unfälle im Verkehr, bei der Arbeit oder beim Sport. Zugleich verändert sich die regionale Krankenhauslandschaft, wodurch die Luftrettung zusätzliche Aufgaben in der Notfallversorgung übernimmt.
Bisher konnten die sächsischen Rettungshubschrauber von Sonnenaufgang, frühestens ab 7 Uhr, bis Sonnenuntergang alarmiert werden. Künftig ist in Herbst und Winter ein Einsatz bis 19 Uhr möglich. Für Flüge bei Dunkelheit werden die Besatzungen mit Nachtsichtbrillen als Teil des »Night Vision Imaging System« (»NVIS«) ausgestattet. Mit der Erweiterung ist außerdem der Einsatz von Hubschraubern des Typs »H145« vorgesehen, die eine höhere Zuladung ermöglichen.
Auftrag und Einsatzprofil
Die Landesdirektion Sachsen hat die Konzessionen für die Luftrettungsstationen in Leipzig und Zwickau nach einem europaweiten Vergabeverfahren erneut vergeben. Die Verträge laufen ab dem 1. Januar 2027 und sichern den Betrieb der drei Rettungshubschrauber an den Standorten Zwickau und Leipzig bis 2045.
In Sachsen betreibt die gemeinnützige Organisation zwei Luftrettungsstationen. An der Doppelstation in Dölzig westlich von Leipzig stehen zwei Maschinen bereit; in Zwickau ist ein Rettungshubschrauber am Heinrich-Braun-Klinikum stationiert. Im Jahr 2025 starteten die drei sächsischen Crews zusammen zu 3614 Einsätzen, also im Durchschnitt zu rund zehn Einsätzen pro Tag. Häufige Einsatzgründe waren Unfälle sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit jeweils 30 Prozent Anteil am Gesamteinsatzaufkommen.
Für den Windenbetrieb ist eine vierköpfige Besatzung vorgesehen: Pilot, Notarzt, Notfallsanitäter mit »TC HEMS«-Funktion sowie ein zusätzlicher Notfallsanitäter mit Qualifikation für Flüge bei Dunkelheit (»TC NVIS«) und mit Winde (»TC HHO«). Die Winde ist 90 Meter lang und für eine Traglast von rund 250 Kilogramm ausgelegt. Durch die bereits eingeführte Winden-Sofortbereitschaft können Crews ohne Kabinenumrüstung und Zwischenlandung direkt nach der Alarmierung starten. Das kann im Notfall bis zu zehn Minuten Zeitersparnis bringen. Windenhubschrauber stehen außerdem für Katastrophenlagen bereit, etwa zur Rettung von Menschen aus Hochwassergebieten.



