Landesübungstag 2026: Katastrophenschutz übt Flächenlage
Ausbildung, Fortbildung
Beim Landesübungstag 2026 haben mehr als 3.500 Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz eine landesweite Unwetterlage geübt. Über 180 dezentrale Übungen prüften Führungsstrukturen, Lagebilder, Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Leitstellen und Landesebene.

(Bild: Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz)
Mehr als 180 Übungen, über 3.500 beteiligte Einsatzkräfte und ein gemeinsames Szenario für das gesamte Land: Beim zweiten Landesübungstag für den Brand- und Katastrophenschutz trainierten Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Kommunen, Leitstellen und weitere Akteure am 26. September 2026 den Umgang mit einer großflächigen Schadenslage. Im Mittelpunkt stand nicht nur die Arbeit an einzelnen Einsatzstellen, sondern vor allem das Zusammenspiel von Einsatzkräften, kommunalen Führungsstrukturen, Leitstellen und Landesebene.
Das fiktive Szenario ging von einer Kaltfront über Rheinland-Pfalz aus. Starkregen, Gewitter und schwere Sturmböen führten in der Übung zu vielen gleichzeitigen Lagen: vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, überflutete Straßen, Hochwasser und teilweise Ausfälle der Stromversorgung. Erstmals waren die dezentralen Übungen in ein einheitliches landesweites Rahmenszenario eingebettet. Im zentralen Brand- und Katastrophenschutzportal (»BKS-Portal«) wurden mehr als 1.000 Einsatzszenarien erfasst.
Viele Orte, eine gemeinsame Lage
Die Übungen orientierten sich an den örtlichen Gegebenheiten und waren zugleich Teil einer gemeinsamen Flächenlage. In den Verbandsgemeinden Wöllstein, Zweibrücken-Land und Rengsdorf-Waldbreitbach gehörten etwa Sandsackfüllplätze und temporäre Hochwasserschutzwände zum Programm. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich wurde erprobt, wie anströmendes Wasser gezielt umgeleitet werden kann. In Worms wurde unter anderem ein Großbrand in einem Industriebetrieb simuliert.
In Mainz und Trier stand ein länger andauernder Stromausfall im Fokus. Geübt wurden alternative Kommunikationswege, Notfallanlaufstellen und die Funktionsfähigkeit von Führungsstrukturen. In der Verbandsgemeinde Vallendar bildete die Übung viele zeitgleich auftretende Einsatzstellen ab. Führungsstellen mussten Meldungen aufnehmen, bewerten und priorisieren, Einsatzmittel koordinieren und fortlaufend ein Lagebild erstellen. Einheitliche Wettermeldungen, Hochwasserpegel, Nachrichtensendungen und Aktivitäten in sozialen Medien wurden landesweit durch die Übungsleitung eingespielt.
Führungsarbeit über mehrere Ebenen
Die Einsatzkräfte bewältigten die konkreten Lagen vor Ort. Kommunale Führungsstrukturen führten Informationen zusammen, Landkreise und kreisfreie Städte bewerteten überörtliche Entwicklungen. Integrierte Leitstellen waren als Schnittstellen in Kommunikations- und Meldewege eingebunden. Auf Landesebene bündelte das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz die Informationen aus den Regionen. Mehr als 100 Lagemeldungen aus den Kommunen wurden im »Lagemodul« des landesweiten Portals erfasst.
Im operativ-taktischen Stab entstand daraus ein übergeordnetes Lagebild. Ziel war nicht die Führung einzelner Einsatzstellen, sondern das Erkennen regionaler Schwerpunkte, möglicher Unterstützungsbedarfe und weiterer Entwicklungen. Der Verwaltungsstab plante die notwendigen administrativ-organisatorischen Maßnahmen. Das Szenario verlangte zudem Vorausplanung: Für den Folgetag war eine weitere Regenfront mit vergleichbaren oder höheren Niederschlagsmengen angekündigt. Im Übungsverlauf wurde erstmals das Instrument des Katastrophenvoralarms genutzt und am Nachmittag landesweit ausgelöst.
Auswertung und nächster Termin
Mit dem Ende der Übungen begann die Auswertung. Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Kommunen, Leitstellen und weitere beteiligte Stellen betrachten ihre Erfahrungen und Abläufe. Auch die Erkenntnisse aus dem landesweiten Übungsgeschehen werden zusammengeführt. Nach der Premiere 2025 wurde der Landesübungstag damit weiterentwickelt: Statt rund 100 Einzelübungen verband 2026 erstmals ein gemeinsames Rahmenszenario die Übungen im gesamten Land. Der nächste Landesübungstag ist für Samstag, 25. September 2027, vorgesehen.



