EU-Projekt »SYNERGISE«: Technik für Lageerkundung im Einsatz

Artikel vom 21. Oktober 2026
Produkte für den Rettungsdienst

Das EU-Projekt »SYNERGISE« hat Technologien für die Lageerkundung in Krisen erprobt: Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) koordinierte Forschung, Entwicklung und Praxistests mit Robotik, Drohnen, Sensorik, Ortung und Wearables.

Nach drei Jahren Forschung, Entwicklung und Praxistests hat das europäische Projekt »SYNERGISE« am 15. Oktober in Berlin seine Ergebnisse vorgestellt. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) koordinierte das Vorhaben und brachte Anforderungen aus der Einsatzpraxis in die Entwicklung ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Einsatzkräfte Gefahren schneller erkennen, die Lage vor Ort besser einschätzen und Entscheidungen fundiert treffen können.

Auf dem Testgelände der Polizei in Berlin zeigte das Projektkonsortium, wie verschiedene Technologien in einem gemeinsamen System zusammenspielen. Dazu gehören Robotik, Drohnen, Sensorik, Ortung, tragbare Technologien und digitale Anwendungen. Die Ansätze sollen Einsatzkräfte bei Katastrophen und Krisensituationen unterstützen, besonders unter schwierigen Bedingungen.

Technologien für die Lageerkundung

Roboter können Bereiche erkunden, bevor Menschen sie betreten. Drohnen und weitere technische Systeme liefern zusätzliche Informationen aus dem Einsatzraum. Sensoren erfassen Umweltgefahren sowie Hinweise auf körperliche Belastungen von Einsatzkräften. Ortungstechnologien bestimmen Positionen auch innerhalb von Gebäuden und ohne GPS-Empfang. Die gewonnenen Daten werden zusammengeführt und für Einsatzkräfte sowie Einsatzleitung nutzbar gemacht.

Durch die Kombination dieser Informationen lassen sich Einsatzlagen strukturierter erfassen. Eine verbesserte Kommunikation, präzisere Lokalisierung und verfügbare Echtzeitdaten können dazu beitragen, Einsätze besser zu koordinieren und Entscheidungen schneller zu treffen. Ziel ist es, die Arbeit in Katastrophen- und Krisensituationen technisch zu unterstützen und die Sicherheit der eingesetzten Kräfte zu erhöhen.

Praxisanforderungen aus dem Bevölkerungsschutz

Damit die entwickelten Lösungen zu den Anforderungen im Zivil- und Katastrophenschutz passen, flossen praktische Erfahrungen aus realen Einsatzkontexten in das Projekt ein. Gemeinsam mit Rettungsteams aus Polen, Griechenland und Schweden wurden relevante Einsatzszenarien definiert, konkrete Anwendungsfälle identifiziert und Anforderungen aus Sicht der Einsatzkräfte formuliert.

In praxisnahen Feldtests wurden die Technologien erprobt und hinsichtlich ihrer Eignung für Einsatzsituationen bewertet. Eine wichtige Rolle spielte dabei das ehrenamtliche Engagement: Während der mehr als dreijährigen Projektlaufzeit kamen rund 4.000 Stunden Projektmitarbeit von Einsatzkräften zusammen.

Einordnung des Projekts

Das Forschungsvorhaben verbindet technische Entwicklung mit Erfahrungen aus dem Bevölkerungsschutz. Es zeigt, wie Robotik, Sensorik, Indoor-Ortung, Wearables und digitale Anwendungen gemeinsam eingesetzt werden können, um Lagebilder zu verbessern und Informationen im Einsatz nutzbar zu machen. Weitere Informationen zum Projekt stellt die Projektwebsite unter https://www.synergise-project.eu/ bereit.

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