Hessen führt NG eCall für Notrufkommunikation über 4G und 5G ein

Artikel vom 29. Oktober 2026
Notfallkommunikation

Mit »Octave eCall« modernisiert Hessen die Notrufkommunikation für rund 6,4 Millionen Menschen. Octave Intelligence plc liefert dafür eine Lösung, die Unfalldaten über 4G- und 5G-Netze an Rettungsdienste übermittelt und ältere 2G/3G-Technik ablöst.

(Bild: Octave Intelligence plc)

Das Land Hessen hat NG eCall eingeführt und stellt damit die Notrufkommunikation für rund 6,4 Millionen Einwohner auf moderne Mobilfunknetze um. Die Lösung »Octave eCall« basiert auf der Unified Communications Radio Suite (UCRS) von Octave Intelligence plc und ersetzt die bisherige 2G/3G-eCall-Technologie.

Ziel ist es, Unfalldaten schneller und zuverlässiger über 4G- und 5G-Netze an die Rettungsdienste zu übertragen. Das ist insbesondere mit Blick auf die geplante Abschaltung älterer Mobilfunktechnologien relevant. Die technische Grundlage besteht in Hessen bereits seit 2016: UCRS unterstützt dort das Notrufkommunikationsnetzwerk »Patronus« und bildet nun die Basis für die Erweiterung auf NG eCall.

Umstieg auf 4G- und 5G-Netze

Mit der Einführung von NG eCall können Rettungsdienste Unfalldaten über aktuelle Mobilfunknetze empfangen. Die Modernisierung soll die Einsatzkoordination verbessern und die Kommunikation in zeitkritischen Lagen absichern. Die Plattform bündelt Funk-, Telefon- und Datenkanäle in einer gemeinsamen technischen Umgebung. Dadurch können Einsatzkräfte verschiedene Kommunikationswege nutzen, ohne zwischen getrennten Systemen wechseln zu müssen.

Netzwerk für Leitstellen und Feuerwehren

Das landesweite Netzwerk unterstützt 26 Feuerwehrleitstellen, eine Notrufzentrale sowie spezialisierte Schulungs- und Testanlagen an der Hessischen Landesfeuerwehrschule. Angebunden sind Berufsfeuerwehren und Freiwillige Feuerwehren im gesamten Bundesland, unter anderem in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Kassel.

Die technische Umgebung ist auf einsatzkritische Kommunikation ausgelegt. Sie soll Leitstellen, Feuerwehren und Rettungsdienste dabei unterstützen, Informationen über Funk, Telefon und Datenkanäle in einer gemeinsamen Infrastruktur zu verarbeiten. Für den Brand- und Katastrophenschutz sowie für das Krisenmanagement ist eine robuste und interoperable Kommunikation ein zentraler Bestandteil der Einsatzfähigkeit.

Vereinbarung bis 2032 verlängert

Hessen hat die bestehende Vereinbarung bis 2032 verlängert. Damit sollen Entwicklung, Installation und Instandhaltung des Patronus-Ökosystems weitergeführt werden. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung der Notrufkommunikation, die Anbindung aktueller Mobilfunktechnologien und die langfristige technische Verfügbarkeit der Infrastruktur.

Nach Angaben aus der Mitteilung bietet der Anbieter Software für geschäftskritische Anwendungen in Behörden und Unternehmen. Die Lösungen unterstützen unter anderem Planung, Bau und Betrieb von Infrastrukturen sowie den Schutz von Menschen, Liegenschaften und Werten. Das Unternehmen beschäftigt rund 7.200 Mitarbeitende in 45 Ländern.

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