»HEiDi«: Kostenlose Einsatz-App für Einsatzorganisationen startet
Leitstellenkommunikation
Mit »HEiDi« stellt der Verein zur digitalen Unterstützung von Einsatzdiensten e.V. eine kostenlose App für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz bereit. Sie bündelt Einsatzmanagement, Checklisten, Handbücher, Kontakte und Materialverwaltung und bleibt offline nutzbar.

HEiDi im Rettungshundeeinsatz: Eine Hundeführerin nutzt die App, um benötigte Kontaktdaten direkt auf ihrem Smartphone abzurufen – auch ohne Handy-Empfang. (Bild: KI/Verein zur digitalen Unterstützung von Einsatzdiensten e.V.)
Die kostenlose App »HEiDi« unterstützt Einsatzkräfte dabei, auch unter schwierigen Bedingungen auf wichtige Informationen zuzugreifen, Maßnahmen zu koordinieren und den Überblick zu behalten. Entwickelt wird die Anwendung vom gemeinnützigen Verein zur digitalen Unterstützung von Einsatzdiensten e.V. Sie steht ab dem 5. Dezember 2026 im Google Play Store und im Apple App Store zum Download bereit. Die Nutzung der App und der bereitgestellten Inhalte ist kostenfrei. Auch für die individuelle Anpassung und die Erstellung eigener Pakete und Handbücher über das Verwaltungsprogramm fallen keine Gebühren an.
Die Anwendung richtet sich an Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Krisenstäbe und weitere Einsatzorganisationen. Sie bündelt digitales Einsatzmanagement, Checklisten, Einsatzhandbücher, Kontakteverzeichnisse und Materialverwaltung auf Smartphone oder Tablet. Damit sollen Informationen und Arbeitshilfen dort verfügbar sein, wo sie im Einsatzalltag gebraucht werden.
Konfiguration für unterschiedliche Einsatzbereiche
Ein zentraler Ansatz ist die Anpassbarkeit an verschiedene Organisationsformen und Aufgaben. Eine Feuerwehr hat andere Anforderungen als eine Rettungshundestaffel, ein Notfallseelsorgeteam oder ein Krisenstab. Deshalb gibt die App keine festen Abläufe vor, sondern stellt eine konfigurierbare technische Grundlage bereit.
Über ein eigenes Verwaltungsprogramm können Organisationen Funktionen, Inhalte, Checklisten, Formulare und Arbeitsabläufe selbst definieren und zu Anwendungspaketen zusammenstellen. So lässt sich dieselbe technische Basis für unterschiedliche Einsatzbereiche nutzen, ohne jeweils eine eigene Software entwickeln zu müssen. Zum Start stehen vorbereitete Basispakete für verschiedene Aufgabenbereiche der Gefahrenabwehr bereit. Sie sollen den Einstieg erleichtern und können als Grundlage für eigene Anpassungen dienen.
Offlinebetrieb und eigene Server
Bei der Entwicklung wurden die technischen Anforderungen des Bevölkerungsschutzes berücksichtigt. Heruntergeladene Inhalte und dafür ausgelegte Funktionen können auch ohne bestehende Internetverbindung genutzt werden. Das ist vor allem bei Einsätzen in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung oder gestörter Kommunikationsinfrastruktur relevant.
Auch beim Betrieb setzt die Anwendung auf Wahlmöglichkeiten. Organisationen können neben dem gemeinsamen Server auf Wunsch eine eigene Serverinfrastruktur betreiben. Dadurch behalten sie die Kontrolle über ihre technische Umgebung und die dort verwalteten Daten. Offene Technologien und eine mittelfristige Ausrichtung auf Open Source sollen Transparenz, Unabhängigkeit und die weitere Entwicklung unterstützen.
Neuentwicklung und weiterer Ausbau
Die Idee einer digitalen Hilfeapp für Einsatzdienste gab es bereits als Prototyp. Dieser zeigte das Potenzial einer organisationsübergreifenden Einsatzunterstützung, machte aber auch technische und gestalterische Grenzen sichtbar. Durch eine Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie der Deutschen Postcode Lotterie wurde das Projekt in den vergangenen 18 Monaten neu entwickelt.
Dabei wurden technische Architektur, Benutzeroberfläche und Bedienkonzepte überarbeitet und auf eine verlässliche Nutzung im Einsatz ausgerichtet. Mit dem Neustart ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Der Verein lädt Einsatzkräfte und Organisationen dazu ein, die App auszuprobieren, eigene Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln und Erfahrungen sowie Ideen einzubringen. Weitere Informationen stehen unter www.hilfeapp.org bereit.


