Feuerwehr Spiekeroog nutzt Unimog U 5023 für Strand und Watt

Artikel vom 26. August 2026
Sonder-Einsatzfahrzeuge

Auf der Nordseeinsel Spiekeroog setzt die Freiwillige Feuerwehr zwei »Unimog U 5023« ein: als Tanklöschfahrzeug und als Gerätewagen-Logistik. Watfähigkeit, Reifendruckregelung und Rollcontainer-System unterstützen Einsätze bei Brand, Hochwasser, Wasserrettung und Evakuierung.

Wachablösung: der „Heidetanker“ Unimog 1300 L neben seinem Nachfolger, einem Unimog U 5023. (Bild: Daimler Truck AG)

Die Freiwillige Feuerwehr Spiekeroog arbeitet unter besonderen Bedingungen: Die Nordseeinsel ist autofrei, der Untergrund am Strand verändert sich mit den Gezeiten, und Einsatzstellen können in Dünen, Salzwiesen, Watt oder direkt am Wasser liegen. Flächenbrände, Hochwasser, Seenotrettung und Evakuierungen gehören zu den Szenarien, auf die die 44 aktiven Einsatzkräfte und die Jugendfeuerwehr vorbereitet sein müssen.

Für diese Aufgaben stehen insgesamt vier Fahrzeuge bereit. Zwei »Unimog U 5023« übernehmen dabei zentrale Rollen: ein 2.000-l-Tanklöschfahrzeug »TLF-2000« und ein Gerätewagen-Logistik »GW-L« mit Doppelkabine. Der ältere Vorgänger, ein »U 1300 L«, war seit den 1980er-Jahren auf der Insel im Einsatz und wurde im Mai 2024 durch den neuen Gerätewagen ersetzt.

Wasserrettung im Watt

Ein wichtiger Grund für die Beschaffung war die Wasserrettung. Der Feuerwehrbedarfsplan verlangte ein Fahrzeug, das zwei motorisierte Wasserrettungsfahrzeuge schnell und sicher ans Wasser bringen kann. Auf Spiekeroog werden sie etwa gebraucht, wenn Kitesurfer abtreiben, eine Jolle kentert oder Personen bei einer Wattwanderung im Dunkeln die Orientierung verlieren.

Für solche Lagen zählt die Kombination aus Geländegängigkeit, Nutzlast und Watfähigkeit. Das Fahrzeug ist für eine Wattiefe von bis zu 1,2 m ausgelegt und kann rund 3.500 kg Nutzlast aufnehmen. Damit bleibt es auch auf sandigem Untergrund und bei wechselnden Wasserläufen handhabbar.

Anpassung an Sand, Straße und Schlechtweg

Die Reifendruck-Regelanlage »TireControl plus« ermöglicht die Anpassung an verschiedene Untergründe. Zur Wahl stehen die Modi Straße, Sand und Schlechtweg; alternativ kann der Druck manuell eingestellt werden. Auf Spiekeroog wird der Gerätewagen mit 2,6 bar gefahren, um ihn auf die örtlichen Bedingungen abzustimmen.

Auch das Schaltgetriebe lässt sich von automatisch auf manuell umstellen. Das gibt den Maschinisten mehr Kontrolle, wenn der Untergrund innerhalb kurzer Strecken zwischen hart, weich und nass wechselt. Gerade auf schmalen Inselstraßen und im Strandbereich ist diese Anpassungsfähigkeit ein wichtiger Faktor.

Rollcontainer für wechselnde Einsatzlagen

Der Gerätewagen-Logistik ist mit einem modularen Aufbau von Eggers Fahrzeugbau ausgerüstet. Standardmäßig sind vier Rollcontainer an Bord: ein Modul für Wasserrettung, ein Atemschutzcontainer, ein Modul für Technische Hilfeleistung mit Kettensägen, Schere-Spreizer, Akku-Flex, Motortrennschleifer und Mehrzweckzug sowie ein Mehrzweckmodul inklusive Schutzkleidung. In der Staffelkabine finden sieben Personen Platz.

Je nach Einsatz können die stationären Container gegen weitere Module getauscht werden. Verfügbar sind unter anderem ein Pumpenmodul mit Tragkraftspritze und Auffangbehälter, ein Hygienemodul für Desinfektion und Dekontamination, ein Ölspurmodul sowie ein Schlauchrollcontainer mit 500 m B-Schlauch. So lässt sich die Beladung an neue Aufgaben oder Vorgaben anpassen, ohne das gesamte Fahrzeugkonzept zu ändern.

Zwei zusätzliche Containerplätze bleiben frei, damit rettungsdienstliche Maßnahmen am Strand möglich sind. Dafür ist der Aufbau mit Vertikallift, Ladebordwand, Tür und Treppe ausgestattet. Diese Funktionen unterstützen Rettungs- und Bergungseinsätze sowie Reanimationen unter den beengten und wechselhaften Bedingungen der Insel. Intern trägt der neue Gerätewagen den Namen »Strandschwein« – ein Hinweis darauf, dass er vor allem dort arbeiten soll, wo andere Fahrzeuge schnell an Grenzen kommen.

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