Bodycams in Notaufnahmen: Klinikum Dortmund führt Pilot fort

Artikel vom 28. August 2026
Sicherheit

Das Klinikum Dortmund führt sein Pilotprojekt mit »V200 Bodycams« von Motorola Solutions fort. Die Kameras sollen in Notaufnahmen helfen, aggressive Situationen früh zu entschärfen und das Sicherheitsgefühl von Beschäftigten, Patientinnen und Patienten zu stärken.

(Bild: Motorola Solutions Germany GmbH)

Verbale Aggressionen und körperliche Übergriffe auf Beschäftigte im Gesundheitswesen nehmen nach Angaben einer DKI-Studie seit Jahren zu. Fast drei Viertel der befragten Krankenhäuser berichten demnach von steigenden Angriffen in den vergangenen fünf Jahren. Das Klinikum Dortmund reagiert darauf mit einem Pilotprojekt in seinen Notaufnahmen und setzt dabei auf Bodycams sowie eine Videomanagement-Lösung von Motorola Solutions.

In den ersten Monaten der Testphase konnten nach Angaben der Klinik mehr als 200 kritische Situationen entschärft werden. Häufig habe bereits die sichtbare Präsenz der Kameras sowie der Hinweis auf eine mögliche Aufzeichnung ausgereicht, um aufkommende Aggressionen zu stoppen. Der Sicherheitsdienst musste dadurch in vielen Fällen nicht eingreifen. Beschäftigte berichten laut Mitteilung zudem von einem stärkeren Sicherheitsgefühl im Arbeitsalltag.

Einsatz in mehreren Notaufnahmen

Aktuell werden die »V200 Bodycams« in den Empfangsbereichen der Notaufnahmen der Klinikzentren Mitte und Nord sowie in den Notaufnahmen der Kinderklinik und der Kinderchirurgie eingesetzt. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen setzt das Klinikum das Pilotprojekt fort. Außerdem wird geprüft, ob der Einsatz künftig auf weitere, besonders geforderte Klinikbereiche ausgeweitet werden kann.

Die Kameras sind Teil eines umfassenderen Sicherheitskonzepts. Dazu gehören ein rund um die Uhr verfügbarer Sicherheitsdienst, Zugangskontrollsysteme und Deeskalationstrainings für Mitarbeitende. Ziel ist es, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen, Eskalationen zu vermeiden und zugleich den Betrieb in sensiblen Bereichen wie der Notaufnahme zu unterstützen.

Datenschutz und Zugriff geregelt

Für den Einsatz im medizinischen Umfeld beschreibt die Mitteilung mehrere technische und organisatorische Schutzmaßnahmen. Die Kamera muss aktiv eingeschaltet werden. Eine LED-Leuchte zeigt an, wenn eine Aufnahme gestartet wurde. Bei vertraulichen medizinischen Beratungen sowie bei Routinebehandlungen bleiben die Geräte ausgeschaltet.

Aufgenommenes Videomaterial wird über die in die bestehende IT-Infrastruktur des Klinikums integrierte »VideoManager«-Software verschlüsselt verwaltet. Zugriff erhalten ausschließlich autorisierte Personen. Die Daten werden nach einem definierten Zeitraum automatisch gelöscht, sofern sie nicht für Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden benötigt werden.

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